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Black Friday: 5 Tipps, um smart zu shoppen

Die Kritik am Black Friday (25. November) hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Viele kritisieren den übermäßigen Konsum und warnen vor unseriösen Deals. Aber wie findet man am Black Friday echte Schnäppchen mit gutem Gewissen?

Abzocke oder echter Rabatt? Man sollte nicht jedem Black-Friday-Angebot trauen.

Abzocke oder echter Rabatt? Man sollte nicht jedem Black-Friday-Angebot trauen.

Foto: Klose/dpa

1. Bewusstsein schaffen: Was suchen Sie wirklich?

"Eine einfache, aber entscheidende Regel für ein bewussteres Einkaufen am Black Friday ist eine vordefinierte Liste mit Artikeln, die Sie auch wirklich brauchen", sagt Jen Christoph, die als Produkt-Direktor bei der mobilen Bank N26 arbeitet. Außerdem empfiehlt sie, die Liste regelmäßig zu hinterfragen. "Erstellen Sie Ihre Wunschliste und prüfen Sie regelmäßig, ob Sie sich diese Artikel noch immer wünschen. Ist es dabei geblieben, großartig. Wenn nicht, streichen Sie sie."

Darüber hinaus schlägt die Expertin vor, noch einen Schritt weiter zu gehen: "Wünsche und materielle Bedürfnisse werden oft von äußeren Faktoren wie Werbung, Meinungsführern oder gesellschaftlichem Druck beeinflusst. Daher sollten wir versuchen, zu hinterfragen, was uns dazu bringt, uns bestimmte Dinge zu wünschen. So können wir eine gesündere und nachhaltigere Lebensweise fördern."

2. Maximales Budget in der Banking App: Welche Grenze sollten Sie nicht überschreiten?

"Es mag vielleicht langweilig erscheinen, aber für die Definition eines gesunden Budgets ist es unerlässlich, das eigene monatliche Einkommen sowie die festen und variablen Ausgaben genau zu kennen und zu verstehen - so kann ein monatliches Ausgabenbudget festgelegt werden, sowie eines für den saisonalen Einkaufsbummel", erklärt Jen Christoph.

Heute gibt es eine Reihe von Digital-Banking-Funktionen, mit denen Kunden ihre Ausgaben und Ersparnisse einfach verfolgen können. Sobald das verfügbare Budget definiert wurde, kann es in ein für diesen Zweck angelegtes Unterkonto geschoben werden, um sicherzustellen, dass Einkäufe nur von diesem Konto und innerhalb der Budgetgrenzen getätigt werden.

3. Erst recherchieren: Ist das wirklich ein Schnäppchen?

Wenn Sie ein Produkt zu einem günstigen Preis gefunden haben, dann sollten Sie nicht direkt auf kaufen Klicken. "Es gibt Geschäfte, die die Preise in den Wochen vor dem Black Friday weit über den üblichen Preis anheben, damit sie am eigentlichen Tag mit einem erheblichen Rabatt werben können, während sie in Wirklichkeit kaum unter den ursprünglichen Preis sinken", sagt Jen Christoph.

"Ein weiterer Trick: Zusätzliche Kosten kommen beim Check-out hinzu oder müssen separat bezahlt werden, wie etwa der Zoll, was ebenfalls den Schlussrabatt schmälert." Daher ist es wichtig, die regulären Marktpreise und die Bedingungen der Angebote zu verstehen. Das heißt, Sie sollten das vermeintliche Schnäppchen vor dem Kauf kritisch betrachten und schauen, ob es das Produkt woanders vielleicht günstiger gibt.

Abschließend rät die Expertin, sich nicht von plakativen Schildern und aufdringlichen Kopien täuschen zu lassen: "Im Durchschnitt beträgt der Rabatt am Black Friday rund 25 %. Alles andere ist höchstwahrscheinlich nicht das Geschäft des Lebens, selbst wenn es so präsentiert wird."

4. Vorsicht beim Super-Rabatt: Welche Warnsignale gibt es bei Fake-Shops?

Außerdem warnt die Expertin vor zu hohen Preisnachlässen, da diese auf betrügerische Angebote hinweisen können. Betrüger:innen gehen während der Schlussverkaufssaison online besonders aggressiv vor. "Neben den 'zu gut, um wahr zu sein'-Rabatten gibt es noch weitere Warnsignale", sagt Jen Christoph.

"Zum Beispiel haben Fake-Shops meist nur eine Online-Präsenz in Form einer betrügerischen Website und es fehlt ihnen an öffentlichen Bewertungen, Interaktionen und Informationen. Sie bieten oft nur eine Zahlungsmethode an - meist Vorkasse -, was es den Leuten schwer macht, das Geld im Falle einer Straftat zurückzufordern."

Falls eine Person vermutet, möglicherweise in die Arme von Cyberkriminellen gelaufen zu sein, sollte sie nicht weiter mit der Plattform interagieren und niemals auf Links klicken, die per E-Mail oder SMS zugesandt werden.

5. Die Alternative: Wie können Sie mit gutem Gewissen shoppen?

Wer nachhaltiger shoppen möchte, kann dies auch durch den Griff zu Gebrauchtwaren tun. Plattformen wie eBay Kleinanzeigen bieten eine geld- und ressourcensparende Alternative zum Neukauf. "Die Entscheidung für Gebraucht- anstatt Neukauf hilft, wertvolle Ressourcen einzusparen. Obendrein spart es Geld", erklärt Lara Kleimeyer von eBay Kleinanzeigen.

Um beim Einkaufen auf Online-Marktplätzen sicher zu bleiben, empfiehlt die Nachhaltigkeitsexpertin den Schnäppchenjägern, darauf zu achten, Transaktionen vollständig über die jeweilige Plattform abzuwickeln.

Hat man ein attraktives Angebot im Visier, ist es sinnvoll, mit dem Anbieter über die Plattform direkt in Kontakt zu treten. " Bei Verkäufern, die persönlichen Kontakt über die Plattform ausschließen, raten wir zu Vorsicht", erklärt Lara Kleimeyer. Außerdem sollten nie Ausweisdokumente oder Fotos von Bankkarten geteilt werden, um die eigene Identität zu schützen.

Passend zum Black Friday: Wir haben in einer umfassenden Recherche mit dem Recherchenetzwerk Correctiv aufgedeckt, wie Amazon systematisch Paketboten ausbeutet. Ehemalige Amazon-Fahrer aus Bremerhaven sprechen von „moderner Sklaverei“.

Hier lesen Sie die ganze Geschichte ...

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Bremerhaven

Amazon

Das System Amazon: „Moderne Sklaverei“ in Bremerhaven


Über die Autoren

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Luise Maria Langen

Reporterin

Luise Langen arbeitet seit 2020 als Reporterin für die NORDSEE-ZEITUNG. Von guten Geschichten war die gebürtige Berlinerin aber schon immer begeistert – auch während ihres Germanistik-Studiums in Österreich und der Zeit als Regieassistentin am Stadttheater Bremerhaven.

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