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Die Filmstarts der Woche

Der Roman „Was man von hier aus sehen kann“ wurde verfilmt. Auch die Geschichte der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux kommt ins Kino. Und wo liegt die „Insel der Zitronenblüten“?

Von dpa
26. Dezember 2022
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Annie Ernaux als junge Frau: Ihr Film „Die Super-8 Jahre“ kommt jetzt in die Kinos.

Annie Ernaux als junge Frau: Ihr Film „Die Super-8 Jahre“ kommt jetzt in die Kinos.

Foto: -/Film Kino Text/dpa

Warum man die Provinz lieben muss: „Was man von hier aus sehen kann“

Der Roman „Was man von hier aus sehen kann“ kam 2017 als Bestseller aus dem Nichts. Mariana Leky setzte der deutschen Provinz ein liebevolles Denkmal. Jetzt kommt die Verfilmung ins Kino. Luise (als Kind Ava Petsch, als Erwachsene Luna Wedler) wächst in den 1980er Jahren in der Tristesse eines Dorfes im Westerwald auf. Sie und ihr bester Freund Martin (Cosmo Taut) haben es als Kinder beide nicht leicht. Wärme und Allgemeinbildung erhalten die zwei nur bei Großmutter Selma und ihrem heimlichen Verehrer, dem Optiker, dessen Name nie genannt wird. Dennoch ist es ein behütetes Umfeld zwischen Wäldern, Äckern und Hochspannungsmasten, bis eine Katastrophe Luises Kindheit beendet. Erst Jahre später scheint sie endlich ihr großes Glück zu finden. „Was man von hier aus sehen kann“ ist eine tragikomische Hochglanzproduktion, in der sich viele Kinder der 1970er und 1980er Jahre wiederfinden werden.

- Was man von hier aus sehen kann, Deutschland 2022, 109 Minuten, FSK ab 12, von Aron Lehmann, mit Corinna Harfouch, Luna Wedler, Karl Markovics, Cosmo Taut, Katja Studt u.v.a.,

Urlaubsflair und Drama: „Die Insel der Zitronenblüten“

Dieser Film könnte etwas für die Weihnachtsferien mit der Familie sein. „Die Insel der Zitronenblüten“ spielt in einem mallorquinischen Dorf und handelt von zwei Schwestern und ihren Schicksalsschlägen. Die von Désirée Nosbusch koproduzierte Romanverfilmung erzählt von zwei Schwestern, die sich eigentlich auseinandergelebt haben. Eine mysteriöse Erbschaft bringt sie in ihrem Heimatdorf auf Mallorca wieder zusammen. Marina (Elia Galera) und Anna (Eva Martín) führen eigentlich sehr unterschiedliche Leben. Während Anna die Insel nie verlassen hat, ist Marina als Ärztin um die Welt gereist. Nun hat sie von einer Frau, die sie gar nicht kannte, den Teil einer Bäckerei geerbt. Die beiden Schwestern gehen der Sache auf den Grund und kommen sich dabei wieder näher.

- Die Insel der Zitronenblüten, Spanien/ Luxemburg 2021, 121 Minuten, FSK ab 12, von Benito Zambrano, mit Elia Galera, Eva Martín u.a.

„Die Super-8-Jahre“ von Annie Ernaux: Fragmente eines Lebens

Für ihre Werke ist Annie Ernaux dieses Jahr mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden. Nun hat die 82-Jährige ihre Geschichte in einem Film umgesetzt. Zusammen mit David Ernaux-Briot, einem ihre beiden Söhne, hat die Schriftstellerin „Die-Super-8-Jahre“ realisiert. Darin blickt sie auf die Zeit zwischen 1972 und 1981 zurück. Jahre, die sie zur Emanzipation führten - und zur Bestimmung als Feministin und Schriftstellerin. Der Film zeigt mit einer Super-8-Kamera gefilmte Bilder von ihr und ihren Kindern: Erinnerungen an Weihnachten, Sommerferien, Geburtstage. Die stummen Sequenzen, die größtenteils von ihrem Ex-Mann gedreht wurden, kommentiert sie aus dem Off heraus - mit Empathie, manchmal mit Zärtlichkeit und oft beeindruckend selbstkritisch. 

- Die Super-8-Jahre, Frankreich, 2022, 63 Min., FSK o.A, von Annie Ernaux und David Ernaux-Briot.

Corinna Harfouch als Großmutter Selma in einer Szene des Films „Was man von hier aus sehen kann“.

Corinna Harfouch als Großmutter Selma in einer Szene des Films „Was man von hier aus sehen kann“.

Foto: Frank Dicks/Studiocanal GmbH/dpa

Elia Galera (l) als Marina und Eva Martin als Anna in einer Szene des Films „Die Insel der Zitronenblüten“.

Elia Galera (l) als Marina und Eva Martin als Anna in einer Szene des Films „Die Insel der Zitronenblüten“.

Foto: Pablo Eskuder/Splendid Film/dpa

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