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Engpass beim Saatgut für Aufforstung ist möglich

Klimawandel, Dürre, Schädlinge - und ein möglicher Mangel an Saatgut: Der Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Klaus Merker, hält einen Engpass beim Saatgut für die Wiederbewaldung für denkbar. „Das kann passieren“, sagte er der „Braunschweiger Zeitung“ (Freitag). „Durch die Dürre sind viele Bäume kaputt gegangen oder weniger vital, also haben wir weniger Saatgut in der Ernte.“ Dies werde die Wiederaufforstung nicht verhindern, sie aber an der einen oder anderen Stelle ausbremsen. Derzeit werde die Kapazität der Forstsaatgut-Beratungsstelle erweitert, um mehr Saatgut einlagern und kühlen zu können.

Von dpa
11. November 2022
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Vom Borkenkäfer befallene und abgestorbene Fichten stehen im Harz.

Vom Borkenkäfer befallene und abgestorbene Fichten stehen im Harz.

Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Merker betonte, dem Wald gehe es schlecht: „Die klimatischen Veränderungen, die wir seit Jahrzehnten - und seit 2018 sehr dramatisch erleben - haben viel ausgelöst. Alle Baumarten leiden darunter, dass sie nicht genug Wasser bekommen - nicht nur die Fichte.“ Alle Baumarten wiesen Symptome auf, dass sie kränkeln und absterben. Er erklärte: „Solange sich die Bodenspeicher nicht wieder auffüllen - dafür bräuchte es einen Regen über Monate - solange werden die Bäume kränkeln.“

Er kündigte an, dass sich die Landesforsten auf trockenere Sommer einrichten. „Über das Jahr verteilt soll es ähnliche Niederschläge wie bisher geben, im Winter jedoch mehr, im Sommer weniger“, sagte er. „Das heißt, die Bäume müssen Sommertrockenheit besser aushalten. Bäume, die jetzt aufwachsen, werden damit hoffentlich besser klarkommen, als eine Buche, die vor 100 Jahren gepflanzt wurde. Deswegen setzen wir weiter auch auf die heimische Baumartenpalette.“

Merker betonte zudem: „Nur die Natur machen zu lassen, ist für uns keine Option.“ Der Harz sei ein einziges Fichtengebiet - und: „Aus 100 Prozent Fichte wird dort auf natürlichem Wege wieder Fichte. Wir wollen die bewirtschafteten Wälder jetzt und ganz gezielt so umbauen, dass wir das Initial setzen für Mischwälder. Deswegen investieren wir sehr viel Geld in die ganzen Baumarten, die sich dann später natürlich wieder verjüngen sollen.“ Allein im Harz seien 2021 immerhin 2,3 Millionen Setzlinge gepflanzt worden.

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