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Kulturhauptstadt Kaunas unterstützt Ukrainer

An diesem Wochenende endet das Festjahr für die litauische Stadt Kaunas als Europäische Kulturhauptstadt 2022. Auch der Krieg gegen die Ukraine ist Thema. Ein kreatives Zentrum soll Hilfe bieten.

Von dpa
27. November 2022
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Die CulturEUkraine-Projektverantwortliche Monika Inceryte vom Organsiationsteam von Kaunas 2022.

Die CulturEUkraine-Projektverantwortliche Monika Inceryte vom Organsiationsteam von Kaunas 2022.

Foto: Alexander Welscher/dpa

In der Europäischen Kulturhauptstadt 2022 rückt der Krieg in der Ukraine ganz nahe: Mit der Initiative „CulturEUkraine“ unterstützt Litauens zweitgrößte Stadt Kaunas Kulturschaffende und Kriegsflüchtlinge aus dem von Russland angegriffenen Land. Im alten Hauptpostamt wurde ein kreatives Zentrum eingerichtet, das Räumlichkeiten für ukrainische Künstler und andere Initiativen bereitstellt. Angeboten werden Co-Working-Bereiche, Unterrichtsräume, Kunsttherapie für Kinder, psychologische Hilfe und Sprachkurse. Außerdem gibt es einen Ausstellungsbereich in dem historischen Gebäude, das als ein Wahrzeichen von Kaunas gilt.

Die Organisatoren der Kulturhauptstadt reagierten damit auf den Krieg in der Ukraine und wollten ihre solidarische Unterstützung für das Land zeigen. „Es war emotional und psychologisch ein großer Schock für alle im Land, da die Litauer der Situation in der Ukraine sehr empathisch gegenüberstehen“, sagte Kulturhauptstadt-Direktorin Virginija Vitkiene der Deutschen Presse-Agentur in Kaunas. Zur Unterstützung der rund 15.000 Ukrainer, die nach Kaunas geflohen sind, wurde das Zentrum Anfang April eröffnet. 

Räume als Anlaufstelle und Konzerte

„Wir stellen Unterstützung und Räume zur Verfügung, damit sich die Ukrainer hier selbst organisieren können und eine Anlaufstelle haben, wo sie sich einfach treffen und reden können. Um neue Verbindung zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Kraft zu sammeln“, sagte die Projektverantwortliche Monika Inceryte. Regelmäßig fänden auch kleinere Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt. 

Zum Abschluss des Kulturhauptstadtjahres beherbergt das Hauptpostamt außerdem die Triennale zeitgenössischer ukrainischer Kunst. Unter dem Titel „Ukraine Unmuted“ werden Werke ukrainischer Künstler gezeigt, die vor und teils auch nach Kriegsausbruch geschaffen wurden. Ergänzend wurden Diskussionsrunden abgehalten und ein Essaybuch veröffentlicht.

„Die Erfahrungen des Krieges wird für viele Menschen entscheidend für den Rest ihres Lebens sein“, sagte eine der Kuratorinnen, Oksana Forostyna, der dpa. Dies werde sich auch auf die ukrainische Kultur und Künstler auswirken. „Wir werden eine Balance finden müssen, wie wir diese existenzielle, einzigartige Erfahrung respektieren und dennoch weiterhin kritisch gegenüber der Qualität von Kunst bleiben.“

Mit „CulturEUkraine“ habe Kaunas „die Tür geöffnet - nicht nur für Kunst, sondern auch für Menschen und ihre freien Ideen“, lobte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videoansprache für das Symposium „Die Idee von Europa“ in Kaunas. Damit habe die Stadt wieder einmal gezeigt, wie Kunst im Kampf um die Freiheit eingesetzt werden kann. 

Die Initiative soll im kommenden Jahr fortgeführt werden - auch wenn noch unklar ist, wo und in welcher Form.

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