Deutschland & Welt

Robbie Williams begeistert in der Elbphilharmonie

Um 25 Jahre als Solokünstler zu feiern, war Superstar Robbie Williams am Dienstagabend im Rahmen der Telekom Street Gigs in der Elbphilharmonie zu Gast - vor nur 2000 Fans.

Robbie Williams war bei seinem Gastspiel in Hamburg gut drauf.

Robbie Williams war bei seinem Gastspiel in Hamburg gut drauf.

Foto: Deutsche Telekom/Markus Nass

Als Robbie Williams 1995 aus der Boyband Take That geworfen wurde, hätten die wenigsten ihm eine lange Solokarriere prophezeit. Er war der Rebell, der mit Drogen- und Partyexzessen auf sich aufmerksam machte. Doch dann schrieb Williams eine Ballade namens „Angels“ und wurde in den folgenden Jahren zu einem der größten Popstars Europas. Mehr als einmal hat man ihn seitdem totgesagt – und mehr als einmal kam er eindrucksvoll zurück. So gab der 48-Jährige im August in München vor 100.000 Fans eins der größten Konzerte seiner Karriere.

Für sein im September veröffentlichtes Album „XXV“ hat er nun einige seiner größten Hits mit Orchester neu einspielt und genau die stehen in der Elphi auf dem Programm. Begleitet von mehr als 80 Musikern der Neuen Philharmonie Frankfurt unter der Leitung des Dirigenten Steve Sidwell erstrahlen Songs wie „Feel“, „Strong“ oder „Come Undone“, bei denen man vorher manchmal das Gefühl hatte, sie zu oft gehört zu haben, in frischem Gewand – und sorgen für Gänsehaut.

Frenetischen Applaus gibt es für die opulente neue Version von „Millennium“, „No Regrets“ klingt plötzlich wie der nächste James-Bond-Soundtrack und „Angels“ erlebt seine Uraufführung in einer Beethoven-KI-Version. Die künstliche Intelligenz, die im vergangenen Jahr bereits Beethovens 10. Sinfonie vollendet hat, verwebte Williams Hit mit der Mondscheinsonate.

Williams tanzt, swingt und moonwalkt zu all dem ausgelassen über die Bühne und hat ganz offensichtlich großen Spaß. Die 2.000 Fans – darunter Ina Müller und Gregory Porter – hat Williams über 100 Minuten komplett in der Hand. Er hat einfach immer noch diese Superstar-Aura. Da fangen erwachsene Frauen plötzlich an, wie Teenager zu kichern. Und auch Männer liegen ihm zu Füßen. Er sei eigentlich Metal-Fan, verriet uns vor der Show ein Besucher im Fahrstuhl, doch Robbie Williams sei einfach ein großartiger Entertainer.

Immer wieder sucht Williams an diesem Abend Kontakt zu seinem Publikum. Er albert herum, macht Komplimente und klatscht Hände ab. Dazwischen erzählt er in ehrlichen Worten aus seinem Leben. Davon, wie Geri Halliwell von den Spice Girls ihm half, nüchtern zu werden und er anschließend den Song „Eternity“ für sie schrieb. Von dem Rucksack voll Zorn und Missgunst, den er nach dem Rauswurf bei Take That jahrelang mit sich herumtrug, von Depressionen und Ängsten, von Einsamkeit und Sucht. All das habe er hinter sich gelassen. „Love My Life“ widmet er deshalb „den Menschen, die mich gerettet und glücklich gemacht haben“.

Lange weggelaufen vor Ehe und Kindern

Er habe sich lange geschworen, nie Kinder zu kriegen und deshalb vorsichtshalber auch nicht zu heiraten. „Inzwischen bin ich seit 17 Jahren in einer Beziehung und habe vier Kinder. Das, wovor ich jahrelang weggelaufen bin, war genau das, was ich brauchte. Aber wie hätte ich das wissen sollen?“

Und wer hätte wissen sollen, dass ausgerechnet ein Konzert für einen Mobilfunkanbieter - der Auftritt fand in der Reihe der Telekom Street Gigs statt - so persönlich werden würde? „Ich hatte einen sehr besonderen Abend“, resümiert auch Williams am Ende. „Ich würde gerne mehr solcher Shows spielen, wo ich etwas über mich erzähle und verletzlich bin. Aber dieses Orchester ist echt sehr teuer…“

Robbie Williams in einer ganz besonderen Atmosphäre,

Robbie Williams in einer ganz besonderen Atmosphäre,

Foto: Deutsche Telekom/Markus Nass

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