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Mörder von Kind zu Freiheitsstrafe verurteilt

Unter anderem wegen des Mordes an einem Kind war ein Mann mit einer schweren Persönlichkeitsstörung vor rund zehn Jahren verurteilt worden. Nun musste er sich abermalig vor Gericht in einem weiteren Verfahren verantworten - und wurde wieder verurteilt.

Von dpa
11. November 2022
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Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der vor rund zehn Jahren verurteilte Mörder eines Kindes ist in einem weiteren Verfahren wegen einer Vergewaltigung und eines sexuellen Übergriffs für schuldig befunden worden. Das Landgericht Oldenburg verurteilte den 29 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Bei dem Täter besteht nach Angaben des Gerichts eine verminderte Schuldfähigkeit, weil er seit früher Kindheit an einer schweren Persönlichkeitsstörung leiden soll. Der Täter stellt einem Sachverständigen zufolge eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Mit einer psychiatrischen Unterbringung ist daher zu rechnen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Während des Prozesses, es kam zu drei Verhandlungsterminen, hat sich der Mann umfassend eingelassen, wie der Vorsitzende Richter sagte. Einzig die Vergewaltigung habe er abgestritten. Es besteht nach Ansicht des Gerichts allerdings kein Zweifel daran, dass es zu der Vergewaltigung kam. Die Zeugenaussagen beschrieb der Vorsitzende Richter als glaubwürdig.

Der Mann, der zu den Zeitpunkten der Taten in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung im Landkreis Ammerland untergebracht war, überfiel im Jahr 2020 zweimal auf dem weitläufigen Gelände der Klinik Frauen. Der erste Angriff ereignete sich im April, der zweite im Juni. Dabei ging er in beiden Fällen ähnlich vor: Mit Gewalt und Androhung weiterer soll er die Opfer gezwungen haben, ihm zu einer Waldfläche zu folgen, wo sich die weiteren Taten ereigneten. In beiden Fällen hatten die Frauen Angst um ihr Leben, wie der Richter sagte.

Als folgenschwer erwiesen sich in der Nachbetrachtung die Lockerungsmaßnahmen, die es dem Mann erlaubten, sich zeitweise frei auf dem Gelände zu bewegen. Die Staatsanwaltschaft Aurich hatte die Lockerungen genehmigt. Sie seien Anfang 2020 in Kraft getreten, sagte ein Behördensprecher. Die Grundlage dafür sei eine Einschätzung von Experten gewesen, dass das Risiko des Missbrauchs gering sei. Der Vorsitzende Richter sagte am Freitag, dass Lockerungen des Vollzugs nichts Ungewöhnliches seien. Der Mann habe sich während seiner Unterbringung in der Klinik unauffällig verhalten. Während der ersten Tat habe der Mann sich für eine halbe Stunde frei bewegen dürfen, während der zweiten für eine.

Der Mann war bereits vor rund zehn Jahren psychiatrisch untergebracht worden, nachdem das Landgericht Aurich eine schwere Persönlichkeitsstörung bei ihm festgestellt und ihn wegen Mordes, versuchten sexuellen Missbrauchs und gefährlicher Körperverletzung für schuldig erklärt hatte. Damals hatten die Verbrechen des Mannes an der elfjährigen Lena bundesweite Berichterstattung ausgelöst.

Das Verfahren gegen den 29-Jährigen hatte am Montag begonnen. Die Öffentlichkeit war nach dem Verlesen der Anklage allerdings von dem Prozess ausgeschlossen worden, was der Vorsitzende Richter mit der psychischen Erkrankung des Mannes erklärte. Der Sprecher des Gerichts sagte damals, mit der Entscheidung sollten die Persönlichkeitsrechte des Mannes gewahrt werden.

1 Kommentare
Dajana

Bitte bitte sperrt diesen Mann weg. Leider ist er derart traumatisiert, dass er zum Täter geworden ist. Er stellt eine sehr große Fremdgefährdung dar und wird nur noch mehr Trauma verursachen.

12.11.202219:04 Uhr
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