Grußbrücke

Tolle Tage mit der Familie in Mexiko

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute melden sich Sara und Fritz Grannemann aus Mexico.

Wir haben im Kreise der Familie und Freunden einige tolle Tage auf Cozumel verbracht.

Wir haben im Kreise der Familie und Freunden einige tolle Tage auf Cozumel verbracht.

Foto: privat

Das neue Jahr 2022 begann für mich mit einem positiven Test auf das Coronavirus. Obwohl ich fast keine Nebenwirkungen hatte, wurde ich immerhin zwei Wochen lang positiv getestet. Im Februar erhielt ich dann eine Einladung meines Freundes Rodolfo, um für eine Woche zu ihm nach Cozumel zu kommen. Rodolfo ist ein mexikanischer Reeder, mit dem ich schon fast 40 Jahre befreundet bin. Außerdem besitzt er ein Hotel auf der Insel Cozumel. Bedingt durch die Pandemie, hatte er sich entschlossen, von Mexiko City in sein Hotel nach Cozumel umzuziehen.

Die Insel Cozumel liegt 15 Kilometer vor der mexikanischen Halbinsel Yucatán und etwa 70 Kilometer südlich von Cancún. Die flache Insel ist 45 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Cozumel ist ein beliebtes touristisches Ziel und ist insbesondere für die guten Tauchmöglichkeiten bekannt. Die Insel ist durch den starken Tourismus nicht überlaufen, was vor allem daran liegt, dass auf der überwiegend bewaldeten Insel kleine Badebuchten dominieren. Ein Strandleben wie in Cancun oder Playa del Carmen ist deshalb kaum möglich.

Es gibt einen internationalen Flughafen und einen stark frequentierten Kreuzfahrtterminal, wo man manchmal bis zu fünf Schiffe antrifft. Ich habe mich also nicht lange bitten lassen und konnte eine tolle Woche in Rodolfos Hotel auf Cozumel verbringen. Im März wurde ein zweiter Hauptstadtflughafen im Nord-Osten von Mexico City eingeweiht. Er wurde in nur zweieinhalb Jahren vom Militär gebaut und wird auch vom Militär betrieben. Dieser Flughafen liegt 90 Kilometer von unserem Wohnort entfernt, ist aber über Autobahnen gut zu erreichen.

Bei den Arbeiten auf diesem Gelände wurden sehr viele gut erhaltene Gebeine von 70 Mammuts sowie von weiteren Tieren wie von Kamelen oder Pferden gefunden. Sie stammen aus einer Zeit von mehr als 15.000 Jahren. Die Archäologen waren deshalb Teil der Baustellenarbeiter. Die aufbearbeiteten Gebeine von den verschiedenen Tieren sind nun Teil eines eigens gebauten sehr schönen Museums in unmittelbarer Nähe des neuen Flughafens.

Der hauptsächliche Flugverkehr wird aber weiterhin über den Hauptstadtflughafen abgewickelt. Von dort sind wir dann auch Ende April nach Deutschland geflogen. Anlaufpunkt in Deutschland ist für uns seit mehr als 20 Jahren das Hotel Madison in Hamburg. Von dort geht es dann mit reduziertem Gepäck zu verschiedenen Orten. Diesmal waren es Dubai, Bremerhaven und München. Mit einem Direktflug sind wir von Hamburg nach Dubai geflogen. Obwohl wir nur vier Tage in Dubai waren, hatten wir ein volles Programm und haben dabei viel gesehen.

Es begann mit einer geführten City-Tour, deren Abschluss dann abends der Besuch des 828 Meter hohen Wolkenkratzers „Burj Khalifa“ war. Vom 125. Stock hat man eine tolle Aussicht auf die unten stattfindenden Wasserspiele. Danach waren wir auf einer Dünen-Safari, wobei speziell ausgebildete Fahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Dünen fahren. Da ist dann Festhalten angesagt. Danach gab es Essen sowie verschiedene Vorstellungen. Auch hatten wir die Möglichkeit, mit Kamelen auf Tuchfühlung zu gehen.

Vor dem Abschluss unserer Reise unternahmen wir dann noch einen Flug mit dem Hubschrauber über Dubai, der auch ein tolles Erlebnis war. Man kann also sagen, dass Dubai eine Reise wert ist. Unseren weiteren Aufenthalt in Deutschland haben wir dann genutzt, um unsere Familie und Freunde wieder zu treffen. In Geretsried haben wir Britta, Torre und Lucas besucht und erfahren, dass eine „Umsiedlung“ nach Norddeutschland geplant ist.

Im August wurde mein Amigo Rodolfo 95 Jahre alt, und da wir inzwischen nach all den Jahren ein Teil seiner Familie sind, waren wir natürlich zu seiner Geburtstagsfeier auf die Insel Cozumel eingeladen. Rodolfo führt immer noch seine Reederei, seine Söhne sind inzwischen pensioniert und die Enkelkinder sind in der Reederei aktiv. Die Urenkel befinden sich im Augenblick in der Ausbildung.

Wir haben im Kreise der gesamten Familie einige tolle Tage auf Cozumel verbracht.

Geburtstagsfeier in Bremerhaven

Dann war schon unser nächster Flug nach Deutschland geplant, denn auch ich hatte Geburtstag und wollte diesen in Bremerhaven feiern. Wie schon zu meinem 70-jährigen Geburtstag sollte auch der 75-jährige wieder bei Natusch gefeiert werden. Das haben wir dann auch gemacht. Mit 34 Gästen aus Familie und Freunden haben wir gefeiert. Es wurde natürlich vorgeschlagen, in fünf Jahren meinen 80-jährigen Geburtstag wieder in diesem Kreise zu feiern. Meine Antwort war: „Na schaun wir mal!“

Auf dieser Reise hatten wir noch weitere Ziele. Saras Vater wurde in Galicien in Spanien geboren. Zu der gesamten dort lebenden Familie hatten wir vor vielen Jahren den letzten Kontakt. Nun aber wurde geplant, dass anlässlich unserer Europa-Reise ein Familientreffen in Marin/Pontevedra stattfinden sollte.

Zu diesem Treffen kamen mehr als 30 Personen aus allen Teilen Spaniens. Wir waren auch im Geburtshaus von Saras Vater, haben viele Gespräche geführt sowie den guten lokalen Wein probiert. Sara und ich hatten vor 36 Jahren die Familie besucht, und die Kleinkinder von damals sind jetzt erwachsen und haben mittlerweile ihre eigenen Kinder.

Wieder in Deutschland haben wir dann noch Reisen unternommen nach Dessau und Dresden. In Dessau konnten wir uns mit Heinrich und Brigitte Rönner treffen und haben viel gesehen. Eine Reise nach Dresden wurde uns schon immer empfohlen, und wir können nun bestätigen, dass Dresden eine tolle Stadt ist. Zurück in Hamburg habe ich dann noch die maritime Messe SMM besucht. Es gab ein Essen mit dem ehemalige GL-Führungskreis. Wir treffen uns seit zwölf Jahren regelmäßig im Hamburger Hafenclub, und ich freue mich immer, dass man bei der Wahl der Termine meine Reisepläne nach Deutschland berücksichtigt.

In Mexiko haben wir schon viele Erdbeben erlebt. Das hat natürlich Einfluss auf den Bau von Gebäuden. Es gibt auch gewisse Sicherheitsmaßnahmen. Am 19. September um 12.15 Uhr wurde aus diesem Grunde wieder eine landesweite Sicherheitsübung durchgeführt. Die Gebäude in Mexiko City wurden evakuiert, und die Menschen versammelten sich auf der Straße. Genau eine Stunde später bebte es dann aber wirklich, mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala. Da verließen auch die restlichen Personen fluchtartig die Gebäude. Auch bei uns schaukelten die Lampen, aber sonst ist nichts passiert. Auch in Mexiko City ist mit Ausnahme einiger Schäden an Gebäuden nichts passiert. Das Epizentrum lag, wie auch sonst, an der Pazifikküste im Westen Mexikos. Dieses Beben und die vielen zum Teil sehr starken Nachbeben verursachten an der Pazifikküste zum Teil sehr starke Materialschäden.

Eigenartig ist, dass auch im Jahre 2017 und 1985, ebenfalls am 19. September, sehr starke Erdbeben stattfanden, aber mit vielen Opfern und mit erheblichen Schäden an den Gebäuden. Wir haben an unseren bisherigen Wohnorten in Mexiko City und Lerma viele Erdbeben und Ausläufer von Hurrikans erlebt, aber es hat glücklicherweise bei uns nie zu Schäden geführt. Nie werde ich aber das sehr starke Erdbeben von 1985 vergessen, was zur Zerstörung von vielen Gebäuden in Mexiko City führte und zum Tode von Tausenden von Menschen. Wir waren davon unmittelbar betroffen und haben viele Einzelschicksale verfolgen können. Glücklicherweise ist uns selbst auch bei diesem Beben nichts passiert. Da die gesamte Telefonverbindung zerstört war, konnte ich erst einige Tage später von Veracruz aus über ein Schiff von Hapag-Lloyd mit Deutschland Kontakt aufnehmen, um ein Lebenszeichen von uns abzugeben. Unmittelbar danach erfolgte ein sehr starkes Nachbeben, welches auch in Veracruz zu spüren war und in Mexiko City wieder viele Opfer auch unter den Rettungskräften forderte.

Wir wissen, dass diese Erdbeben immer wieder vorkommen können, speziell an der Pazifikküste. Trotzdem fühlen wir uns an unserem jetzigen Wohnort sicher. In diesem Jahr werden wir nach langer Zeit einmal wieder das Weihnachtsfest mit Saras Familie in Veracruz verbringen und dann zu zweit das Jahresende in Cancun. Dort werden wir dann die karibischen Temperaturen genießen.
Auf diesem Wege wünschen Sara und ich allen Freunden, Bekannten sowie allen Lesern dieser Grußbrücke der NORDSEE-ZEITUNG ein frohes Weihnachtsfest und alles Liebe und Gute, vor allem Gesundheit, für das neue Jahr 2023. Besonders gehen diese Wünsche an Britta, Torre und Lucas in Geretsried; Werner und Ute Grannemann, Candy mit Sven, Cora und Liza; Kristy und Pia sowie an die Marschkamper. Grüße natürlich auch an Wilhelm Beiler und alle ehemaligen Schnürboden-Mitarbeiter der SUAG Werft, mit denen wir uns hoffentlich auch im neuen Jahr weiterhin treffen können. Liebe Grüße auch an Stefan und Susanne, an Heinrich und Brigitte Rönner sowie an Klaus und Ingrid Hermann. Ganz spezielle Grüße gehen auch an das Restaurant Natusch und die gesamte Familie von Lutz Natusch. Grüße auch an alle Mitarbeiter des Best Western Hotel in Bremerhaven. Wir hoffen auch im nächsten Jahr auf ein Wiedersehen und würden uns über jede Nachricht von Euch natürlich sehr freuen.

Der 75-jährige Geburtstag wurde bei Natusch in Bremerhaven gebührend gefeiert.

Der 75-jährige Geburtstag wurde bei Natusch in Bremerhaven gebührend gefeiert.

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