Grußbrücke

Rotbarsch und Kartoffel-Salat schmeckt immer noch gut

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute melden sich Christa Sell und Familie aus Tasmanien, Australien.

Auf ihrer Deutschlandreise feierte Christa Sell im Schwarzwald den 85. Geburtstag.

Auf ihrer Deutschlandreise feierte Christa Sell im Schwarzwald den 85. Geburtstag.

Foto: Loges/dpa

Liebe Verwandtschaft und Freunde in Bremerhaven und Umgebung, es war eine riesige Freude für mich, Euch noch mal in die Arme nehmen zu können!

Ja, ich habe acht Wochen in Deutschland verbracht, acht fantastische Wochen und am Ende meiner Reise noch vier Tage in Bern, denn ich flog von Zürich wieder zurück nach Tasmanien. So konnte ich auch die Freunde in Bern noch mit einschließen.

Ende August startet die Deutschland-Reise

Am 30. August erreichte ich mit ungeplantem Umweg über Madrid und fünf Stunden Verspätung und ohne Koffer Frankfurt am Main. Ich hatte wegen der Flugverspätung von Melbourne den Anschluss Flug in Abu Dhabi verpasst, was die Umleitung zur Folge hatte.

Mein erster Besuch war bei früheren Jugendherberglern im Rheingau, die in unserer damaligen Jugendherberge (1985) ein paar Tage zu Gast waren und mit denen wir all diese Jahre in Kontakt blieben. Hier färbten sich die Weinberge schon golden und die schöne Zeit mit Monika und Walter ging viel zu schnell vorbei.

Von Soest nach Axstedt und Bremerhaven

Von dort ging es in die Nähe von Wiesbaden und dann nach Soest in Westfalen, eine Gegend, die ich noch nicht kannte. Soest und die wunderschöne Altstadt haben mich sehr beeindruckt. Peter und Silke waren tolle Gastgeber, wie alle, die ich besucht habe. Diese Zwei werden im Februar nach Tasmanien kommen, wir freuen uns schon darauf. Von hier ging es per Zug nach Bremen, wo ich von Ilse abgeholt wurde, um nach Axstedt zu fahren. Welch ein Wiedersehen!

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, und ich sage nochmals ganz herzlichen Dank für die schöne Zeit an Ilse und Bernd und dem Walter-Clan. Dann brachten Ilse und Hauke mich nach Bremerhaven, wo ich ganz herzlichst von Marion empfangen wurde. Rotbarsch und Kartoffel-Salat schmeckt immer noch gut, nur waren die Filets vor Jahren größer!

Es regnete, doch die Einheimischen waren glücklich, den Regen zu haben. Ich kann das verstehen, wir warten bei uns auch auf Regen nach einem heißen Sommer. Im Moment haben wir allerdings genug davon. Es ist nass und kalt, aber es wird ja bald Sommer!

Grünkohl schmeckte auch außerhalb der Saison

Bei Birgit und Günter, meiner nächsten Bleibe, kam am Abend eine besondere Überraschung, der Grünkohl. Er hat auch außerhalb seiner Saison wunderbar geschmeckt. Danke Euch für eine schöne Zeit. Die Reise durchs Moor war sehr interessant! Holger und Irmgard, es war schön, Euch zu sehen, und das Essen bei Natusch war toll!

Der Besuch bei Frau Gaeckel im Astor Park und die Zusammenkünfte mit Grete und Beate, frühere Klassenkameradinnen aus den 1950er-Jahren, haben mir riesige Freude gemacht, es gab so viel zu erzählen! Günter und Birgit brachten mich nach Bremen, so brauchte ich nicht umsteigen, und es klappte alles prima! Der Zug brachte mich nach Kassel, wo Ria mich in einem Hotel untergebracht hatte, da ein Wasserrohrbruch in ihrer Küche alles unter Wasser gesetzt hatte.

Der goldene Herbst

Wir trafen uns morgens im Hotel zum Frühstück, was uns beiden viel Spaß machte. Es war ja nur ein kurzer Besuch, aber wir hatten Zeit genug, bei herrlichem Wetter das Schloss Wilhelmshöhe und den herrlichen in tollen Herbstfarben getauchten Schlossgarten zu besuchen und zu genießen. Das war ja einer der Gründe meiner Reise, noch einmal den deutschen Wald in seinen Herbstfarben zu sehen. Der Kasseler Bahnhof wird mir in ewiger Erinnerung bleiben, denn irgendjemand hatte durch einen Sabotageakt, so sagte man uns, einen Großteil des Zugverkehrs in Deutschland zum Stillstand gebracht.

Mein Zug, der mich um 11 Uhr nach Schweinfurt bringen sollte, kam mit vielem Hin und Her um 13 Uhr am Bahnhof an, was die Schweinfurter Empfangsparty durcheinanderbrachte. Aber Carl, ein Cousin von meinem Mann, hat auf meine Ankunft gewartet, so dass wir zusammen ein verspätetes Abendessen einnehmen konnten. Von dort ging es mit dem Auto nach Derching bei Augsburg, wo Regina und Hans mich ebenfalls mit offenen Armen willkommen hießen.

Diese Zwei haben ebenfalls Touren mit mir gemacht. Die Zugspitze und Oberammergau grüßten uns mit strahlendem Sonnenschein, es war einfach toll. Ein Zug brachte mich nach Freiburg im Breisgau, wo ich von Dietmar abgeholt wurde, um mich nach Lenzkirch in der Nähe vom Titisee zu bringen. Wir fuhren durch den Hochschwarzwald, und es war fantastisch, aber traurig zugleich! Der Laubwald strahlte in herrlicher Farbenpracht, aber weite Landstriche sind gezeichnet von toten oder sterbenden Nadelbäumen. Ich konnte meine Tränen kaum zurückhalten. Von Lenzkirch aus besuchten wir den Rheinfall von Schaffhausen und die Insel Mainau, wo uns Tausende von Dahlien in zig verschiedenen Farben und in voller Blütenpracht begrüßten. Hier hat unsere Tochter einige Jahre gearbeitet. Sie ist aber jetzt wieder in Tasmanien.

Ich habe, weil Dietmar arbeiten musste, einige Bustouren gemacht, nach Tittisee und nach Lahr zur „Chrysanthema“, eine mit Winterastern geschmückten Altstadt. Anschließend gab es eine tolle Rückfahrt durch den herbstlichen Schwarzwald. Es war toll! Auch hier wurde ich verwöhnt, wie bei allen meinen Besuchen, und der Abschied fiel schwer.

Geburtstag im Schwarzwald gefeiert

Ich muss erwähnen, dass ich im Schwarzwald meinen 85. Geburtstag gefeiert habe. Es wurde mir gesagt, dass ich in fünf Jahren wieder kommen muss. Sie fangen jetzt schon an, es zu organisieren, aber so weit plane ich nicht im Voraus. Die letzten paar Tage verbrachte ich in Bern, was einen tollen Abschluss meiner Reise machte. Ich bin so froh, dass ich diese Reise auch ohne Begleitung gemacht habe. Sie hat meinen Geist wieder in Schwung gebracht. Meine Familie hat sich gefreut, die Mutter, Oma und Uroma wieder zu Hause zu haben. Und wir freuen uns auf unser gemeinsames Weihnachtsfest! Euch Allen wünsche ich ein frohes und gesundes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr.

Eure

Christa Sell und Familie

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