Grußbrücke

Seute Deern und Mole weg: Bremerhaven sieht jetzt ganz anders aus

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute meldet sich Kerstin Stolle-Allen aus Pana, USA.

Ein Genuss: Die herrliche Seeluft bei einem Besuch in Cuxhaven.

Ein Genuss: Die herrliche Seeluft bei einem Besuch in Cuxhaven.

Foto: Privat

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr an meine Familie. Papa Friedel Stolle, die Schwestern Petra Stolle, Birte Hecht und Maike Lehmann mit Familien; die erweiterte Stolle-Familie und auch an die Familie Onesseit, Ursel Müssigbrodt und Uwe sowie ehemalige Kollegen.

Ereignisreiches Jahr im neuen Haus

Wir sind unversehrt durch die Pandemie gesegelt, und es geht uns gut. Dieses Jahr war recht ereignisreich. Anfang Februar zogen wir nach 30 Jahren zurück nach Pana, Illinois. Der Kreis hat sich sozusagen geschlossen. Randy wollte gerne wieder bei seiner Familie sein, und nach kurzer Suche fanden wir ein günstiges Haus, etwas größer als das Mietshaus, aber auf einem etwas kleinerem Grundstück. Der Umzugstag war brutal bei 19 Grad und ging deswegen auch langsam voran, trotz Hilfe. Danach schworen wir, dass dies der letzte Umzug für uns war! Während des Lockdowns begann ich mich mit Reiki, Meditation und Alternativheilmethoden zu befassen, denn ein wenig Weiterbildung kann nie schaden. Das wird seit Jahrhunderten erfolgreich im Orient praktiziert und hat auch hier ein rezeptives Publikum. Im Frühsommer habe ich dann meinen Reiki-Master-Grad bekommen, mehr zur Selbsthilfe als ein Geschäft. Diese Modalitäten ersetzen aber in keiner Weise einen Arztbesuch. Wenn ich nicht damit beschäftigt bin, gibt es immer noch den Garten und Bastelarbeiten. Dieses Jahr habe ich mich auf Wichtel spezialisiert, erst nur zum Spaß und für Geschenke, dann kamen ein paar Aufträge.

Randy hingegen hat seine Karaoke-Ausrüstung expandiert und einen Nebenjob daraus gemacht. Jetzt bietet er auch DJ-Service an. Seit er nun viele Wochenenden in den kleinen Clubs hier im Dorf und in der Gegend spielt, ist es wieder ruhig in der Garage.

Besuch in der Heimat

Dieses Jahr waren endlich alle Flug-Einschränkungen aufgehoben und ich konnte die Heimat besuchen. Doch bis auf die frische Seeluft war alles anders, als ich erwartet hatte. So viel hat sich verändert. Erst war die Seute Deern weg, dann die alte Mole, und die Hafen- und Deichgegend ist dicht bebaut. In der zweiten Woche entschied ich mich kurzerhand, nach Fürfeld zu Petra und Jason zu fahren. Früher habe ich Zugfahren genossen; das hat sich schlagartig geändert. Wir standen auf dem Bahnsteig und warteten auf meinen Zug, als eine Bahnangestellte ankam und uns in die Raucherzone verwies in einem Ton, der total daneben war. Auf meine Bemerkung hin, dass man das auch freundlich sagen könnte, wurde ich belehrt, dass das freundlich war. Hinter uns stand eine junge Mutter mit einem weinenden Baby im Kinderwagen. Ich sagte nur als Witz: Passt mal auf, die geht da gleich hin und schickt sie weg. Und tatsächlich, dieselbe Beamtin ging auf die Mutter zu, lehnte sich über das Kind, was dann noch mehr weinte, und eskortierte Mutter und Kind zum anderen Ende des Bahnsteiges. Uns fiel nichts mehr ein! Obendrein stellte ich auf dem Rückflug fest, dass ich aus Versehen Birtes Hausschlüssel eingesteckt hatte. Dafür gibt es dann die Post. Also $25 von den USA aus, und dann knöpft die Deutsche Post ihr auch noch 11 Euro für ihre eigenen Schlüssel, eine alte Pudelmütze und einen bemalten Kieselstein ab!

Herrliche Stunden in der Heimat

Trotz allem waren die Stunden mit Familie und ein paar alten Freunden herrlich. Von einer 50-Geburtstagsparty zum verunglückten Carrot Cake, über eine Wattwanderung und gemütliche Stunden mit Familie, Gabus, Julia und Knut war es perfekt. Einen lieben Gruß auch an Nolan und Renate Johnson, danke für den netten Nachmittag. Ich habe viele schöne Erinnerungen mitgenommen und noch mehr Fotos, die mich über den Winter bringen werden. Ich wünsche uns allen, dass es bald wieder Frieden gibt, eine bessere globale Wirtschaft (hier ist auch alles teurer geworden, wenn auch nicht so drastisch wie in Deutschland) und Politiker mit Herz und Verstand.

Kerstin Stolle-Allen

kerstin_allen@yahoo.com

Dieses Jahr habe ich mich auf Wichtel spezialisiert, erst nur zum Spaß und für Geschenke, dann kamen ein paar Aufträge.

Dieses Jahr habe ich mich auf Wichtel spezialisiert, erst nur zum Spaß und für Geschenke, dann kamen ein paar Aufträge.

Foto: Privat

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