Grußbrücke

Unser Geburtstagskuchen 80 + 80 = 160

In der Rubrik „Grußbrücke“ berichten uns Menschen aus aller Welt von ihren Erlebnissen des Jahres und senden zu den Feiertagen Grüße an die Heimat. Heute meldet sich Renate Stone aus Tullahoma, USA.

Der Kuchen hat gut geschmeckt.

Der Kuchen hat gut geschmeckt.

Foto: Privat

Zuerst möchte ich allen Grußbrücken-Lesern und der Belegschaft der Nordsee-Zeitung ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest wünschen.

In einem kleinen Ort, Bell Buckle genannt, nicht weit von Tullahoma gelegen, wird seit 44 Jahren Ende März eine „Daffodil Show“ veranstaltet. Daffodils sind Osterblumen. Jeder kann daran teilnehmen. Es gibt zwei Abteilungen, und die sind in insgesamt 15 Kategorien eingeteilt: individuelle Osterblumen entweder ganz weiß, ganz gelb oder mehrfarbig. Oder aber mehrere Blüten an einem Stengel, auch in Miniatur. Und es gibt auch Sträuße und Gestecke in verschiedenen Größen. Ein Dutzend Mal habe ich schon daran teilgenommen, aber diesmal war ich die glückliche Empfängerin der „Best of Show“-Auszeichnung und bekam auch zwei andere Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien.

Geburtstage nachgefeiert

Wie ich schon in der letzten Grußbrücke erwähnte, wollten mein Mann George und ich unsere beiden 80. Geburtstage am 7. und 8. Oktober im letzten Jahr gemeinsam groß feiern, aber Corona änderte unsere Pläne, die dann aber in diesem Jahr verwirklicht wurden. Viele Familienmitglieder und Freunde - einige kamen von weit her angereist - haben unseren besonderen Tag am 9. Oktober für uns unvergesslich gemacht. Viele schöne Erinnerungen bleiben. Zwei Jahre lang hat Corona uns vom Reisen abgehalten, aber Ende Oktober fuhren wir endlich nach New Orleans in Louisiana, wo eine von unseren Töchtern wohnt. New Orleans war sonst eine Stadt mit fast einer halben Million Einwohnern. Seitdem sie aber in den letzten Jahren von mehreren schlimmen Hurrikanen zum Teil zerstört wurde, ist die Einwohnerzahl bis auf 380.000 geschrumpft. Hauptsächlich waren „Katarina“ in 2005 und „Ida“ in 2021 dafür verantwortlich.

Die Stadt ist aber für ihre unbeschreiblich starke Lebenslust bekannt und findet immer Gründe zum Feiern.

Hexen, Geister und gruselige Figuren

Halloween geht auf über 2.000 Jahre alte keltische Bräuche zurück und wird am 31. Oktober gefeiert. Viele Straßen in New Orleans waren mit Hexen, Geistern, gruseligen Figuren und riesigen Spinnenweben ausgestattet. Eine große Villa auf der St. Charles Avenue ist zu einem Touristenmagnet geworden, weil sie jedes Jahr mit über 100 lebensgroßen Skeletten dekoriert wird: Die hängen an den Bäumen, Eingangssäulen, schauen aus den Fenstern, lauern in den Büschen oder sind als berühmte Personen angekleidet. Wirklich furchterregend!

Nach dem Besuch bei unserer Tochter ging es weiter, hauptsächlich an der Küste entlang von Mississippi aus, wo man noch die Auswirkungen der Hurrikane sah. Neue Bauverordnungen verlangen, dass die Häuser in den Sumpfgebieten nun auf hohen Pfählen gebaut werden müssen. In Alabama nahmen wir die Fähre von Daughin Island nach Fort Morgan in Florida, und es ging weiter die Küste entlang am Golf von Mexiko nach Pensacola und Panama City. Unterwegs hielten wir an mehreren Stränden an. Wie herrlich es war, in dem zuckerweißen Sand herumzulaufen, den Wellen zuschauen, wie sie am Strand brechen, das Schreien der Möwen zu hören und Wasser, so weit man sehen kann. Dann schweift der Blick in die Ferne: Und man denkt an Bremerhaven und den Weserdeich.

Wir fuhren dann weiter nördlich nach Dothan in Alabama, wo eine andere Tochter wohnt. Gerade zur rechten Zeit, um am „Peanut Festival“ teilzunehmen. Es ist ein Volksfest, wo sich alles um die Erdnüsse dreht, die in der Gegend angebaut werden.

Obwohl es Anfang November war, hatten wir Glück mit dem Wetter. Vorwiegend waren es 25 bis 28 Grad. Dann ging es zurück nach Tullahoma in Tennessee, wo wir zwei Tage später schon etwas Frost hatten. Wir waren elf Tage unterwegs und haben 2.450 Kilometer auf unserer Rundreise hinter uns gebracht.

59 Jahre wohne ich nun schon in den USA. Und besonders zu Weihnachten denkt man dann an all die Lieben in der Heimat. Darum möchte ich wie üblich durch die Grußbrücke allen Verwandten und Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen, ebenso Frieden in der Welt.

Die Grüße gehen an:

Gisela Sintek, Marlen Döbber, Egon Sintek und Marlies Kömp, Reinhard Sittel, Ralf Luckau, Sabine Brockmann und Maren, Sven Döbber und Claudia Mölm, Oliver und Nicole Döbber mit Tabea und Timo, Edeltraud Rexin, Marcus Döbber, Eva und Heinz Biermann und Familie, Dr. Gabi Köthe, Eva Gäckel, Iris Heiting-Giessmann und Familie, Walter Wendler und Familie, Gisela Norwood, Ingrid Brede, Karin und Helmut Hemberger, Marlene und Felix Sommerlik, Annelies Schwarz, Traute Reck, Gerd Tiborski, Hannelore Londe und alle Anderen, die sich noch an mich erinnern.

Renate Stone (geb. Sintek) und George
Wilkins Drive
Tullahoma, USA

Daffodil Show (Osterblumen).

Daffodil Show (Osterblumen).

Foto: Privat

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