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In der Corona-Pandemie: „Kuren sind gerade jetzt wichtig“

Durch die Corona-Pandemie sind einige Angebote in den Hintergrund gerückt. Unter anderem Gesundheitsmaßnahmen wie Mutter-Kind-Kuren, bedauert Carola Bury, Referentin für Gesundheitspolitik bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Dabei seien die Häuser, die diese Kuren anbieten, geöffnet und die Maßnahmen gerade jetzt für viele notwendig.

Eine gemeinsame Kur von Mutter und Kind dient der Vorsorge. Hier kann neue Kraft getankt werden, sagt Carola Bury von der Arbeitnehmerkammer.

Eine gemeinsame Kur von Mutter und Kind dient der Vorsorge. Hier kann neue Kraft getankt werden, sagt Carola Bury von der Arbeitnehmerkammer.

Foto: Arifoto Ug/dpa

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„Derzeit haben Mütter, aber auch Väter eine Menge zu tun: Sie sind im Homeoffice, die Kinder sind zu Hause – entweder aufgrund von Homeschooling, oder weil die Kindertagesstätten geschlossen sind –, und auch der Haushalt soll weiter gehen. Vor allem Alleinerziehende sind stark beansprucht“, sagt Bury. Da könne eine Auszeit notwendig sein, um wieder neue Kraft zu tanken. Das gleiche gelte übrigens auch für pflegende Angehörige.

Pflichtleistung der Krankenkassen

Mutter-Kind-Kuren sind nach dem Sozialgesetzbuch gesetzlich vorgesehene Pflichtleistungen der Krankenkassen, die auf die Bedürfnisse und die Lebenssituationen von Frauen und Müttern ausgerichtet sind. „Der Begriff Kur wird heute nur noch in der Alltagssprache benutzt. Im Gesetz ist von Vorsorge oder Rehabilitationsmaßnahmen die Rede, um den eindeutigen medizinischen und therapeutischen Charakter zu kennzeichnen“, erläutert Bury. Und das habe seinen Sinn: Denn durch ständigen Druck bestehe die Gefahr, dass Krankheiten verschleppt und Beschwerden chronisch würden. Und auch für Männer könne daher eine Kur sowohl als Rehabilitationsmaßnahme als auch als Vorsorge nötig werden und sinnvoll sein.

Aber können denn Kuren während der Pandemie stattfinden? „Ja, die meisten Häuser sind geöffnet“, betont Bury. Das sei nur im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 anders gewesen. Mittlerweile besäßen alle Einrichtungen Hygienekonzepte und Vorschriften, die von Kursus zu Kursus verschieden sein könnten. „So gibt es beispielsweise kleinere Gruppen und mehr Aktivitäten im Freien“, sagt Bury. Und natürlich müssten auch die Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden.

Sicher seien die Kuren also, betont die Referentin. „Ich verstehe aber auch jeden, der im Moment darauf verzichten möchte, weil er Angst vor einer Ansteckung hat. Das ist auch in Ordnung.“ Alle anderen sollten sich aber jetzt schon Gedanken machen, vor allem wenn sie entsprechende Maßnahmen für Sommer oder Herbst ins Auge fassten.

Beratungsstellen suchen nach den passgenauen Maßnahmen

Doch wie kommt man an die Kuren und welche Kur ist die richtige? „Dafür gibt es die Beratungsstellen. Die können passgenaue Maßnahmen für Familien und Alleinerziehende zusammenstellen“, sagt Bury. Gerade jetzt in den unsicheren Zeiten sei der Kontakt zu einer Beratungsstelle wichtig – auch wenn es derzeit keine Beratung vor Ort gebe. „Aber auch telefonisch funktioniert es“, versichert Bury. Sie helfen bei der Beantragung, der Wahl der geeigneten Kurklinik, bei der Versorgung der Familie während der Kur und bei Fragen der Finanzierung. Auch Ärzte und Krankenkassen bieten Beratung an. „Gerade jetzt ist eine gute Zeit für Kuren“, sagt Bury. Denn es werde bestimmt noch eine Weile dauern, bis die Pandemie überwunden sei.

Christoph Bohn

stellv. Redaktionsleiter SONNTAGSjOURNAL

Christoph Bohn (Jahrgang 1968) ist in Bremerhaven geboren und im Cuxland aufgewachsen. Er hat in Bremen Wirtschaftswissenschaft und Politik studiert und ist Diplom-Ökonom. Nachdem er zweieinhalb Jahre als Controller beim Hanstadt Bremischen Hafenamt gearbeitet und nebenbei schon frei als  Journalist für die NORDSEE-ZEITUNG gearbeitet hatte, entschloss er sich zu einem Volontariat (1998-2000). Danach fing er als Redakteur beim SONNTAGSjOURNAL an (Schwerpunkte: Wirtschaft und Landkreis Cuxhaven).

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