Bremerhaven

Vorerst keine Konzerte in der Stadthalle ab 2024 möglich

Feuerwehr und Bauordnungsamt sind nicht bereit, die Betriebserlaubnis für die marode Stadthalle zu verlängern. Stadthallenchef Othmar Gimpel ist deshalb nicht mehr in der Lage, Verträge für Konzerte im Jahr 2024 abzuschließen.

Ansicht der Stadthalle

Vom Fotografen schön in Szene gesetzt, sieht es hinter der Fassade der Stadthalle Bremerhaven ganz anders aus. Der Hallenchef kann derzeit für 2024 keine Konzertverträge abschließen, weil die Betriebsgenehmigung ausläuft und ohne Investitionen nicht verlängert wird.

Foto: Arnd Hartmann

Die 1974 gebaute Stadthalle ist marode, die umfangreiche Mängelliste wird schon seit Jahren dermaßen abgearbeitet, dass der Betrieb eingeschränkt irgendwie fortgesetzt werden konnte. Jetzt ist die Lage aber noch ernster geworden.

Die Betriebserlaubnis endet am 31. Dezember kommenden Jahres. Gegenüber den Koalitionären hatten die Behörden inzwischen deutlich gemacht, dass sie bei den vorhandenen Begebenheiten nicht mehr die Verantwortung für eine Fortführung des Betriebs übernehmen wollen.

Um überhaupt noch Künstler für die Zeit ab 2024 für Konzerte verpflichten zu können, müsste Gimpel eigentlich jetzt schon Verträge abschließen. Das kann er nicht, so lange nicht gewährleistet ist, dass die Halle dann überhaupt bespielt werden darf.

Thorsten Raschen (CDU) ist Aufsichtsratschef der Halle. Er versichert: Der Aufsichtsrat habe bereits die notwendigen Schritte eingeleitet. Es werde jetzt eine neue Brandschutzanlage installiert. Die Ausschreibung soll bis Ende des Jahres rausgehen.

Auch künftig wird es Konzerte geben

„Jetzt müssen wir noch zusätzlich weitere Details mit dem Bauordnungsamt und der Feuerwehr besprechen: Was muss noch gemacht werden, damit der Hallenbetrieb auch ab 2024 fortgesetzt werden kann?“, sagt Raschen. Er ist sich sicher, dass in der Halle auch künftig noch Konzerte stattfinden werden. Zumindest übergangsweise.

Die Halle kann schon jetzt nur unter Auflagen in Betrieb gehalten werden. „Die Zuschauerzahl ist auf 4.000 gedeckelt“, sagt Gimpel. Es wird neben den baulichen Maßnahmen zur Beseitigung der Mängel weitere Auflagen des Bauordnungsamts geben, wenn es mit der Halle erst einmal weitergehen soll.

Es gibt aber auch Überlegungen, mit Konzerten und Veranstaltungen auf andere Spielorte auszuweichen. Allerdings gibt es davon nicht allzu viele, und schon gar nicht solche, die 4.000 Zuschauer aufnehmen können. Zur Erinnerung: Die Halle ist nicht nur ein Konzertsaal, sondern auch Austragungsort vieler Betriebsversammlungen von großen Hafenbetrieben.

Die alte Halle bleibt ein Auslaufmodell

Letztlich bleibt die alte Halle in ihrer jetzigen Form aber ein Auslaufmodell. Bereits vor einigen Jahren war ermittelt worden, was eine Sanierung und Umbau der alten Halle und was ein Neubau kosten wird. Teuer wird es auf jeden Fall. Die Rede war von 30 Millionen Euro für einen Neubau und 18 Millionen für eine Sanierung.

„Derzeit rechnen die Wirtschaftsprüfer die Zahlen noch einmal durch“, sagt Raschen. „Dann wird die Politik eine Entscheidung treffen müssen, ob es ein Neubau oder eine Sanierung wird“, sagt der CDU-Fraktionschef.

Seine Partei hatte sich bislang klar festgelegt, dass der Kaisenplatz der Standort bleiben muss, sollte es zum Neubau kommen. Ideen, die Halle ins Werftquartier zu verlegen, waren damit sofort abgemeldet. Raschen will die neue Halle an der Ecke Melchior-Schwoon-Straße/Stresemannstraße unterbringen mit einer Ausrichtung zur Geeste, wo dann der Platz für Open-Air-Konzerte unterkommen soll.

Woher soll das viele Geld kommen?

Unklar ist auch noch, woher das Geld für eine Sanierung oder einen Neubau kommen soll. Die Stadt hat kein Geld, und die Ausgaben steigen angesichts der aktuellen Krisen ohnehin. Wegen der Schuldenbremse ist es auch nicht möglich, die Halle über Kredite zu finanzieren. Es wird also höchst wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass ein Privatinvestor die Halle bauen soll, der dann über langfristige Mietverträge mit der Stadt seine Kosten decken kann.

Klaus Mündelein

Reporter

Klaus Mündelein kümmert sich im Bremer Büro um die Landespolitik. Er hat in Münster studiert und volontiert und kam vor fast 30 Jahren zur Nordsee-Zeitung.

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