Bremen

Ehrenamtliche setzen Seenotrettungskreuzer „Bremen“ instand

Vor 70 Jahren wurde erstmals ein moderner Seenotrettungskreuzer zu Wasser gelassen, dessen Bautyp bis heute die Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger prägt. Dank ehrenamtlicher Helfer existiert die «Bremen» immer noch.

Kai Steffen, Hans-Jürgen Hauptmann, Manfred Meier und Jürgen Köper (v.l.) stehen auf dem Seenotrettungskreuzer "Bremen" im Museumshafen in Bremen-Vegesack.

Kai Steffen, Hans-Jürgen Hauptmann, Manfred Meier und Jürgen Köper (v.l.) stehen auf dem Seenotrettungskreuzer "Bremen" im Museumshafen in Bremen-Vegesack.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Als der Kreuzer «Bremen» am 1. Januar 1953 zur ersten Probefahrt in der Weser zu Wasser gelassen wurde, begann in der Seenotrettung eine neue Ära. Ein solches Schiff hatte es bis dahin noch nicht gegeben.

Es war schneller als die bisherigen Motorrettungsboote und gleichzeitig auch in schwerer See einsetzbar: Es konnte sich nach einer Kenterung von allein wieder aufrichten. «Das war ein unschätzbarer Gewinn für die Sicherheit der Seenotretter», sagt Christian Stipeldey, Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Außerdem hatte es ein Beiboot an Bord, um in Seenot geratene Menschen im Wattenmeer auch aus flacherem Wasser zu retten. Das Schiff besaß somit bereits die typischen Merkmale, die noch heute die Flotte der DGzRS prägt.

Schon 1965 wird die „Bremen“ wieder außer Dienst gestellt

Die «Bremen» wurde schon 1965 außer Dienst gestellt, sie war vor allem als Versuchskreuzer ausgelegt. Die Erfahrungen flossen 1957 in den Neubau der «Theodor Heuss». «Dieser erste in Serie gefertigte Seenotrettungskreuzer einer neuen Generation moderner, vielseitig einsetzbarer Boote erfüllte erstmals sämtliche Erwartungen», sagt Stipeldey.

Der Bautyp prägt bis heute die Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Der Bautyp prägt bis heute die Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Inzwischen liegt die «Bremen» in den originalen Farben Orange und Weiß im Museumshafen in Bremen-Vegesack und gehört dem Bremer Hafenmuseum Speicher XI. Zu verdanken ist das dem Bremer Maschinenbauingenieur Kai Steffen. Schon als Kind war er fasziniert von den Seenotrettern und ihrer Flotte. «Mein 25 Jahre älterer Bruder war Seenotretter», erzählt der 53-Jährige. Sein Vater war zur See gefahren.

Als Steffen als Erwachsener erfuhr, dass die ehemalige «Bremen» aus Hamburger Privatbesitz zu verkaufen sei, meldete er Interesse an. «Es war das wichtigste Schiff in der Geschichte der DGzRS», sagt er. «Es ist ein absoluter Meilenstein in der Technikgeschichte.» Steffen konnte einen Investor davon überzeugen, das Schiff zu kaufen und nach Bremen zu holen.

Die „Bremen“ ist wieder im Museumshafen

Das war vor knapp zehn Jahren. Seitdem kümmert sich eine ehrenamtliche Crew darum, das 17,5 Meter Schiff mit Spendengeldern wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen. Seit November ist es nach einem Werftaufenthalt wieder im Museumshafen. «Leider hatten wir nie so viel Geld auf einmal, sie komplett sanieren zu lassen», sagt Steffen.

Ab Sommer 2023 soll es von Besucherinnen und Besuchern wieder besichtigt werden können. Was allerdings fehlt, ist das Beiboot, das über eine Heckklappe zu Wasser gelassen werden konnte. «Es ist seit den 1970er-Jahren verschollen», sagt Steffen.

16.12.2022, Bremen: Kai Steffen auf der „Bremen“. Vor 70 Jahren wurde erstmals ein moderner Seenotrettungskreuzer zu Wasser gelassen.

16.12.2022, Bremen: Kai Steffen auf der „Bremen“. Vor 70 Jahren wurde erstmals ein moderner Seenotrettungskreuzer zu Wasser gelassen.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Dank ehrenamtlicher Helfer existiert die «Bremen» immer noch.

Dank ehrenamtlicher Helfer existiert die «Bremen» immer noch.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Dank ehrenamtlicher Helfer existiert die «Bremen» immer noch.

Dank ehrenamtlicher Helfer existiert die «Bremen» immer noch.

Foto: Sina Schuldt/dpa

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