Cuxland

Geplante Flüchtlingsunterkunft in Cuxhaven brennt lichterloh

Feuer auf Gelände der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne im Cuxhavener Stadtteil Altenwalde: Dort stand am Montagmorgen das alte Offiziersheim lichterloh in Flammen.

Die Kaserne brennt.

Zahlreiche Einsatzkräfte löschen die lichterlohen Flammen.

Foto: Fischer

Der Rauchkegel war in der Dunkelheit schon von Weitem zu sehen: Das alte Offiziersheim auf dem Gelände der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Altenwalde ist in Flammen aufgegangen, wie cnv-medien.de am Montagmorgen mitteilte.

Das Gebäude brannte am frühen Montagmorgen lichterloh. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus, auch der Katastrophenschutz war vor Ort. Insgesamt waren 93 Kräfte im Einsatz.

Starke Rauchentwicklung

Um 6.22 Uhr wurde die Feuerwehr informiert. "Die Berufsfeuerwehr traf zusammen mit der Feuerwehr Altenwalde auf dem Kasernengelände ein. Man konnte nicht sehen, wo es brennt, da der Bereich massiv verraucht war", berichtet Einsatzleiter Andre Domingues-Stehrenberg. "Wir haben sofort mit der Brandbekämpfung begonnen und Kräfte nachgefordert."

Mehre Kilometer Löschleitungen

Die Löschwasserversorgung habe die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung gestellt. "Wir haben hier keine Hydranten wie in den Ortschaften oder der Stadt. Wir mussten uns das Wasser daher woanders herholen. Dafür wurde eine sehr lange Schlauchstrecke gelegt", berichtet Domingues-Stehrenberg. Zwei Leitungen kamen aus Altenwalde - jede rund 800 Meter lang. Außerdem wurde ein altes Regenwasserrückhaltebecken auf dem Gelände genutzt. Daraus wurde ebenfalls Wasser zum Unteroffiziersheim gepumpt.

Gebäude komplett zerstört

Nachdem der Brand eingedämmt worden war, wurde ein Bagger angefordert, der das Dach abreißen sollte. "Das ist notwendig, um an die Glutnester zu gelangen. Das Gebäude wurde durch das Feuer komplett zerstört", erklärt der Einsatzleiter.

Das Cobra-Löschsystem

Bei den Löscharbeiten kam auch ein Gerät zum Einsatz, das normalerweise für die Brandbekämpfung auf Schiffen genutzt wird und sogar durch Mauerwerk dringen kann: Das Cobra-Löschsystem hat eine gute Kühlwirkung und eine extreme Reichweite. "So konnten wir quer durch das Gebäude schießen", erklärt der Einsatzleiter.

Zwei Brände innerhalb von 12 Stunden

Bereits am Sonntagabend brannte in der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße ein Lkw. Ob die beiden Brände in Verbindung stehen, kann derzeit noch nicht gesagt werden. "Es liegen noch keine konkreten Hinweise zur Brandursache vor", gab eine Sprecherin der Polizeiinspektion Cuxhaven im Laufe des Vormittags bekannt. Personen wurden bei beiden Bränden nicht verletzt.

Durch die Polizei wird jetzt in alle Richtungen ermittelt. Eine vorsätzliche Brandlegung wird dabei laut Polizeisprecherin "ausdrücklich nicht ausgeschlossen". Das Fachkommissariat für Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da ein politischer Hintergrund nicht auszuschließen sei.

Kasernen-Gelände wird Flüchtlingsunterkunft

Die Stadt Cuxhaven und der Landkreis Cuxhaven planen, die Kaserne erneut zu einer Unterkunft für Geflüchtete zu machen. In der vergangenen Woche gaben Sozialdezernent Friedhelm Ottens (Landkreis Cuxhaven) und Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer bekannt, dass eine reguläre Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes erst im Sommer beginnen könne. Grund sei der bauliche Zustand der Gebäude , so Ottens.

"Die Ermittlungen beginnen, sobald das Gebäude betreten werden kann", erklärte Carsten Bode, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, vor Ort gegenüber cnv-medien.de. "Die Gebäude, die für die Flüchtlingsunterkunft vorgesehen sind, sind durch den Brand aber nicht betroffen."

Insgesamt sechs Wehren vor Ort

Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr Cuxhaven-Mitte, Freiwillige Feuerwehr Lüdingworth, Freiwillige Feuerwehr Döse, Freiwillige Feuerwehr Berensch, Freiwillige Feuerwehr Altenwalde und die Berufsfeuerwehr Cuxhaven. (CN/dm)

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