Bremerhaven

„Hilfe für Mitbürger“ Die Spendenbereitschaft ist riesig

Ihre Eltern haben sich getrennt. Bei ihrem Vater kann Yasemin nicht bleiben, die Mutter will sie nicht. Dank der Unterstützung von „Hilfe für Mitbürger“ kann die junge Frau eine eigene Wohnung beziehen. Für sie beginnt ein neues Leben.

Hilfe für Mitbürger

Dank „Hilfe für Mitbürger“ hat Yasemin die Chance auf einen Neubeginn in einer neuen Wohnung.

Foto: Klose/dpa (Symbolfoto)

Der Dank von Yasemin und der Dank vieler anderen Menschen, denen in einer Notlage geholfen werden konnte, gilt allen Spenderinnen und Spendern, die bei der jüngsten Staffel der Aktion „Hilfe für Mitbürger“ seit Anfang November insgesamt 117.021,53 Euro eingezahlt haben. Eine tolle Summe, die hilft.

Mehr als 20 Jahre ist es jetzt her, dass die NORDSEE-ZEITUNG gemeinsam mit Kirchen und gemeinnützigen Organisationen die „Hilfe für Mitbürger“ ins Leben gerufen hat. Ursprünglich traf sich der Vergabeausschuss nur in der Weihnachtszeit. Doch inzwischen fragen Sozialarbeiter, Lehrer und hilfsbereite Nachbarn das ganze Jahr über an, wenn sie von jemandem wissen, dass er Unterstützung braucht. Und dann bekommen sie die Unterstützung.

Möglich machen das zahlreiche Spender. „Geld an Hilfe für Mitbürger überweisen“ - diese Gedächtnisstütze scheint im Dezember in vielen Terminkalendern vermerkt zu sein. Denn die Spendensumme steigt fast kontinuierlich. Es fließen viele kleine und große Spenden für die Menschen. Firmen und Institutionen spenden, Privatpersonen ebenso.

Auch die NORDSEE-ZEITUNG steuert jährlich 5000 Euro im Namen der Geschäftskunden und der Belegschaft bei, die keine Weihnachtsgeschenke bekommen. Mit dem Geld soll Menschen geholfen werden, die unverschuldet in Not geraten sind. Oft lässt sich daran nicht grundsätzlich etwas ändern. Aber fast immer sind die Spenden mehr als ein bisschen Geld: Sie sind ein Signal der Hoffnung.

Wie auch im Fall von Yasemin. Nach der Trennung der Eltern lebte die 17-Jährige bei ihrem Vater in der Türkei. Die Mutter war damals ohne ihre Tochter nach Deutschland zurückgekehrt.

Als der Vater in der Türkei inhaftiert wurde, kam Yasemin nach Bremerhaven. Eigentlich sollte sie bei ihrer Mutter leben, doch die Beziehung war abgekühlt. Yasemin hatte keinen Bezug mehr zur Mutter. Die gab das Sorgerecht sehr bald ab und verabschiedete sich aus dem Leben des Mädchens. Mit Unterstützung der Jugendhilfe begann Yasemin ein geregeltes Leben: Sie lebt in einer Einrichtung für Jugendliche, besucht das Gymnasium und übernimmt Verantwortung für ihr Leben. Die Jugendhilfe stellt ihr eine gute Prognose für die Zukunft aus. Die junge Frau, da sind sich alle sicher, wird etwas aus ihrem Leben machen.

Nun ergab sich für Yasemin kurzfristig die Chance, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Die Miete dafür übernimmt das Amt, das der jungen Frau auch einen Teil der Kaution als Darlehen zur Verfügung stellt. Doch es fehlte noch die andere Hälfte. Auch für Möbel reichte das gesparte Geld der jungen Frau, die momentan noch keine weiteren Sozialleistungen bezieht, nicht aus. „Hilfe für Mitbürger“ sprang ein und unterstützte die 17-Jährige bei ihrem Start in ein neues Leben. „Sie ist eine kluge junge Frau, der das Leben in einer eigenen Wohnung sehr gut gelingen wird“, ist eine Betreuerin überzeugt. Auch Yasemin ist glücklich: Sie freut sich über die Chance auf ein neues, eigenes Leben.

Ann-Kathrin Brocks

Projektredakteurin

Ann-Kathrin Brocks ist seit Oktober 2015 Projektredakteurin bei der Nordsee-Zeitung, wo sie auch volontiert hat. Zuvor hat sie an der Universität Siegen „Literary-, Cultural- & Media-Studies“ sowie „Visual Studies & Art History“ studiert.

0 Kommentare
Newsletter NEWSLETTER

Alle wichtigen Nachrichten und die interessantesten Ereignisse aus der Region täglich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Mit Empfehlung aus der Redaktion.

PASSEND ZUM ARTIKEL
zur Merkliste

Bremerhaven

„Schiefe Türme“ haben in Bremerhaven Tradition
nach Oben