Niedersachsen & Bremen

Metaller-Demos gehen weiter: „Letzte Mahnung“

Vor der möglicherweise entscheidenden fünften Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Metall- und Elektrobranche haben die Beschäftigten ihre Warnstreiks auch in Niedersachsen fortgesetzt. Am Mittwoch nahmen laut IG Metall knapp 7000 Menschen an Kundgebungen in Hannover und Osnabrück teil. Der Bezirkschef der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, warnte die Arbeitgeber: Die Aktionen in dieser Woche seien als eine „letzte Mahnung“ zu verstehen. Im Fall weiterer Verzögerungen könne es zu „flächendeckenden 24-Stunden-Warnstreiks“ und zu einer Urabstimmung über einen regulären, großen Streik kommen.

Von dpa
16. November 2022
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Warnstreik der IG Metall in Salzgitter.

Warnstreik der IG Metall in Salzgitter.

Foto: Michael Matthey/dpa

In der mittlerweile zweiten Serie von Ausständen hatte es bereits am Dienstag Proteste in Salzgitter, Northeim und Aerzen bei Hameln gegeben. In Bremen im Tarifbezirk Küste kamen am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaft rund 2500 Metaller zur zentralen Kundgebung. Dort sprach auch IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

„Wir können nicht ewig Tarifgespräche führen, ohne zu Ergebnissen zu kommen“, sagte Gröger. „Es braucht schnelle Maßnahmen, die der Kostensteigerung in allen Lebensbereichen entgegenwirken.“

Die IG Metall verlangt acht Prozent mehr Geld als dauerhaft wirksame Lohnsteigerung im Kampf gegen die starke Teuerung. Die Unternehmen in Niedersachsen boten bisher mit Verweis auf den Kostendruck bei Energie und Rohstoffen eine einmalige, steuer- und abgabenfreie „Inflationsausgleichsprämie“ von 3000 Euro an. Eine mögliche Erhöhung der Tabellenentgelte wurde noch nicht näher konkretisiert.

Der Chef des Verbands Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt, erwartet Fortschritte in den nächsten Verhandlungen: „Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg, einen Kompromiss zu finden, der für beide Seiten tragbar ist.“ Für die Demonstrationen zeigte er wenig Verständnis. Am Donnerstag wollen IG Metall und Arbeitgeber in Baden-Württemberg wieder miteinander reden. Hinter den Kulissen liefen auch in anderen Bezirken intensive Vorgespräche - die seit September laufende Tarifrunde könnte auf eine Entscheidung zusteuern.

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