Cuxland

Müllgebühren im Kreis Cuxhaven klettern deutlich

Alles wird teurer – auch die Müllabfuhr. Im Landkreis Cuxhaven sollen die Gebühren für die Müllabfuhr kräftig steigen. Das gilt für die graue Tonne für den Rest-Abfall wie für die Bio-Tonne und den Sperrmüll. Das kommt jetzt auf die Bürger zu.

Die Müllabfuhr im Landkreis Cuxhaven ist deutlich teurer geworden. Deshalb klettern jetzt auch die Gebühren.

Foto: Archiv

Es ist gerade erst zwei Jahre her, dass die Müllgebühren im Kreis erhöht wurden. Damals wurde die Bio-Tonne im Cuxland eingeführt, und für die normale Tonne mussten die Kreisbewohner fortan pro 10 Liter normalen Müll einen Euro mehr berappen. Das haben vielleicht manche Bürger gar nicht so gespürt, da die Abfuhr des Bio-Mülls günstiger war. Und der Bio-Abfall, der bis dahin in der grauen Tonne landete, machte bis dato fast 40 Prozent des Mülls im Cuxland aus.

Doch jetzt dürften alle Bürger im Landkreis die stark steigenden Ausgaben für die Müllabfuhr zu spüren bekommen. In einer Vorlage für den Ausschuss für Umwelt-, Klima-, Verbraucherschutz und Landwirtschaft schlägt die Verwaltung zum Teil deftige Erhöhungen vor. Der Grund: Die Kosten sind deutlich gestiegen. Auf der nächsten Sitzung des Ausschusses am Donnerstag befasst sich die Politik damit.

Was der Landkreis genau plant

Die Müllgebühren im Landkreis sind seit 2020 in eine Grundgebühr und eine Volumengebühr aufgesplittet. Der Vorteil dieser Struktur: Die Bürger, die weniger Müll produzieren, werden belohnt. Teurer wird’s jetzt aber in beiden Bereichen. Die Grundgebühr steigt für private Haushalte von 47,28 Euro im Jahr auf 65,76 Euro. Eine Steigerung von fast 40 Prozent.

Für Gewerbebetriebe, Heime, Verwaltungen, Schulen, Kindergärten, Praxen schießt die Grundgebühr um 150 Prozent in die Höhe: Sie steigt von 27,84 Euro auf 70,08 Euro im Jahr. Der Grund liegt laut Vorlage darin, dass die Zahl der Nutzer in den vergangenen Jahren zu hoch angesetzt war und die Gebühren jetzt auf weniger verteilt werden müssen.

Für die graue Tonne müssen die Kreisbewohner künftig 12,60 Euro (bislang 9,84 Euro) je 10 Liter Volumen bezahlen, wenn sie ihre Mülltonne alle zwei Wochen leeren lassen. Günstiger ist es, wenn der Müll nur alle vier Wochen abgefahren wird. Dann kostet es künftig 6,30 Euro (bisher 4,92 Euro).

Die Bio-Tonne wird ebenfalls teurer. Die Abfuhr der braunen Tonne soll für private Haushalte künftig 7,08 Euro je 10 Liter Volumen kosten (bislang 5,52 Euro), für Gewerbebetriebe 12 Euro (bislang 9,60 Euro).

Die Abfuhr von Sperrmüll bleibt für jeden Haushalt einmal im Jahr kostenlos, jedenfalls bis zu einer Menge von 6 Kubikmetern. Wer eine zweite oder dritte Abfuhr bestellt, muss künftig pro 6 Kubikmeter 73,40 Euro (bisher 57,30 Euro) zahlen.

Grünabfälle können private Anlieferer bei den Annahmestellen der Gemeinden weiter für 1,40 Euro pro 0,1 Kubikmeter loswerden. Nur für gewerbliche Lieferanten wird es mit 1,90 Euro je 0,1 Kubikmeter teurer.

Für den Tausch der Mülltonne müssen die Kreisbewohner künftig 20,20 Euro (bislang 12,20 Euro) bezahlen.

Dass die Gebühren derart steigen, hat damit zu tun, dass der Landkreis deutlich mehr für die Müllentsorgung ausgeben muss. Für 2023 und 2024 rechnet die Verwaltung mit Ausgaben in Höhe von 17,5 Millionen Euro, in den Jahren 2021 und 2022 waren es knapp 13 Millionen. Macht eine Kostensteigerung von satten 35 Prozent.

Hauptgründe dafür seien die hohe Inflation, die rasant gekletterten Energiekosten, aber auch höhere Personalkosten, heißt es. Zudem hat der Landkreis Anfang des Jahres die Müllabfuhr neu ausgeschrieben und muss dafür jetzt deutlich mehr ausgeben. Deutlich teurer wird 2024 auch die Müllverbrennung in Bremerhaven. Dann wird die Abfallverbrennung mit ins CO2-Preis-System aufgenommen, das der Bund in seinem Klimapaket beschlossen hat. Der Kreis rechnet allein dafür mit Mehrkosten in Höhe von 370.000 Euro.

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NORD|ERLESEN

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Inga Hansen

Reporterin

Inga Hansen, Jahrgang 1962, arbeitet seit 1993 als Redakteurin in der Landkreis-Redaktion der NZ. Zuvor hat die gebürtige Ratzeburgerin in Hamburg Politikwissenschaft und Öffentliches Recht studiert. Ihr Interesse gilt neben der Politik Pop-Musik, Literatur und Filmen.

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