Bremerhaven

NZ-Wunschbaum-Aktion: Machen Sie ein Kind glücklich

Nicht alle Familien können ihren Kindern zu Weihnachten Geschenke machen. Dabei kann in schweren Zeiten schon eine kleine Aufmerksamkeit das Fest versüßen. Die NORDSEE-ZEITUNG startet in Kooperation mit der Tafel daher wieder eine Wunschbaum-Aktion.

Lego, eine Puppe oder Gutscheine für Bücher oder Kleidung: 100 Kinder haben ihre Wünsche eingereicht. Die Kärtchen hängen ab Montag, 28. November, am Wunschbaum im NZ-Kundencenter.

Lego, eine Puppe oder Gutscheine für Bücher oder Kleidung: 100 Kinder haben ihre Wünsche genannt. Die Kärtchen hängen ab Montag, 28. November, am Wunschbaum im NZ-Kundencenter.

Foto: Lothar Scheschonka

Während sich in einigen Wohnungen und Häusern am Heiligabend die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum stapeln, bleiben in anderen Familien selbst kleinste Wünsche unerfüllt. Längst nicht alle Mädchen und Jungen haben das Glück, an Weihnachten reich bedacht zu werden. Denn Familien, bei denen das Geld knapp ist, gibt es viele in Bremerhaven. Mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren wächst in der Stadt an oder unter der Armutsgrenze auf: 33,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen leben mit ihren Familien von Hartz IV, so ein Ergebnis der jüngsten Sozialraum- und Jugendhilfe-Analyse von 2019.

Diesen Kindern eine kleine Freude zu Weihnachten zu machen – das ist das erklärte Ziel der NORDSEE-ZEITUNG und der Tafeln in der Region. Bei unserer Wunschbaum-Aktion greifen Leserinnen und Leser seit vielen Jahren den Eltern aus finanzschwachen Familien unter die Arme und erfüllen Kindern einen langersehnten Wunsch. Auch in diesem Jahr hat die NZ in der Stadt und im Landkreis wieder Weihnachtsbäume aufgestellt, die mit Wunschzetteln jener Kinder geschmückt sind, die sonst vielleicht leer ausgehen würden.

Kinderwünsche zu erfüllen ist ganz leicht

Sich als Schenkender an der Aktion zu beteiligen, ist nicht schwer: Nehmen Sie sich ab Montag, 28. November, wochentags zwischen 8 und 16 Uhr im NZ-Kundencenter in der Hafenstraße 140 in Bremerhaven eines der 100 Kärtchen vom Baum, erfüllen Sie den Wunsch und geben Sie das Geschenk bis zum 14. Dezember wieder im Kundencenter ab. Wichtig ist, dass Sie unbedingt die Wunschkarte der Kinder (mit Nummern) aufkleben oder mit abgeben. Egal, ob Spiel, Puppe oder ferngesteuertes Auto: Der Wert der Geschenke sollte 25 Euro nicht übersteigen. Der Verlag und die Tafel liefern die Pakete bei den Kindern ab.

Die Wünsche sind vielfältig, meist auch recht bescheiden: Da sind Kleinkinder, die sich Knete wünschen, und Teenager, die gerne einen Kapuzenpullover hätten.

Der zehnjährige Ferdinand wünscht sich Lego und ist damit nicht alleine. Lisa (3) hofft auf einen Puppenwagen, Petra (8) würde sich über eine Babypuppe freuen. Bei der fünfjährigen Lea steht eine Spieluhr mit einem Einhorn auf der Wunschliste, Samuel (9) wäre mit Spielzeug-Tieren glücklich zu machen. Nika (11) und Hayden (13) lesen gerne und hoffen auf einen Gutschein für eine Buchhandlung. Andere Mädchen und Jungen würden sich in den Spielzeugläden der Stadt gerne etwas aussuchen und haben einen entsprechenden Gutschein als Wunsch notiert. Auch Klassiker wie Puppen und Spielzeugautos sind der Renner.

Für Kinder sind Geschenke der besondere Zauber des Weihnachtsfestes. Dass es vielen Kindern nicht so gut geht, lässt sich an ihren Wünschen ablesen: Viele wünschen sich keine Spielsachen, sondern warme Winterjacken oder Jogginganzüge, die Älteren hoffen auf Gutscheine für Bekleidungsläden. Alle Wünsche haben gemeinsam, dass ihre Erfüllung nicht mehr als 25 Euro kosten soll.

Mehr als 1.500 Kinder nutzen die Tafel

„Zu unserer Lebensmittelausgabe kommen jede Woche mehr als 1.500 bedürftige Kinder mit ihren Eltern“, sagt Gudrun Jäger von der Tafel. Sie alle leben am Existenzminimum. Alles, was außer der Reihe bezahlt werden muss, wird für die Familien zum Problem: „Die Betroffenen fragen sich weit im Voraus, ob sie es sich in diesem Jahr leisten können, Geschenke zu besorgen.“ Jäger weiß, wie sehr Eltern darunter leiden, den eigenen Kindern nicht viel schenken zu können. „Die Familien sind froh, dass die NORDSEE-ZEITUNG den Wunschbaum aufstellt. Gerade auch in der Corona-Zeit und durch den Krieg in der Ukraine haben wir viel Neuzulauf und die Anzahl der Bedürftigen, auch Kinder, wächst“, so Jäger. Die Familien freuen sich, wenn sie ein wenig Unterstützung bekommen. Ein Geschenk hebt natürlich die Weihnachtsstimmung. „Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf die Wunschbaum-Aktion und danken allen, die sich daran beteiligen und so Kindern in schwierigen Lebenssituationen ein schönes Weihnachtsfest bescheren“, so Jäger.

Kindern eine unermessliche Freude bereiten

„Wir möchten mit unseren Leserinnen und Lesern den Kindern helfen, die ansonsten vergeblich auf den Weihnachtsmann warten“, sagt Chefredakteur Christoph Linne. „Wer also in der glücklichen Lage ist, diese traditionsreiche Aktion zu unterstützen, kann dafür sorgen, dass der Gabentisch auch jener Kinder zu Weihnachten nicht leer bleibt, für deren Eltern schon kleine Geschenke zum finanziellen Problem werden, und Kindern in der Nachbarschaft auf diesem Weg eine unermessliche Freude bereiten. Auch und gerade jetzt“. Er hofft, dass wieder ganz viele Bürger mitmachen, ein Kärtchen vom Baum nehmen und einem Kind ganz unbürokratisch einen sehnlichen Weihnachtswunsch erfüllen.

Ann-Kathrin Brocks

Projektredakteurin

Ann-Kathrin Brocks ist seit Oktober 2015 Projektredakteurin bei der Nordsee-Zeitung, wo sie auch volontiert hat. Zuvor hat sie an der Universität Siegen „Literary-, Cultural- & Media-Studies“ sowie „Visual Studies & Art History“ studiert.

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