Bremerhaven

Straßenumfrage in der Bürger: Keine Lust auf Feuerwerk

Dieses Jahr dürften die Bremerhavener beim Silvester-Feuerwerk wieder richtig in die Vollen gehen. Nach zwei Corona-Jahren ist der Weg frei. Doch eine NZ-Straßenumfrage ergibt: Praktisch niemand möchte selbst Feuerwerk zünden.

Silvesterraketen am Nachthimmel.

Familien legen dieses Jahr offenbar nicht so einen großen Wert aufs Heimfeuerwerk. Sie wollen Silvester lieber in Ruhe verbringen. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

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Das Ergebnis der NZ-Straßenumfrage überrascht. Die Vermutung bestätigt sich nicht, dass nach zwei Jahren der Corona-Einschränkungen die Vorfreude aufs große Heim-Feuerwerk groß ist. Die Familien, die am Dienstagvormittag durch die Bremerhavener Fußgängerzone schlendern, sind sich alle einig: Bei ihnen kommt nichts in die Einkaufs-Tüte, das zischt, knallt und leuchtet. Stattdessen sollen am Silvesterabend das Beisammensein und das Essen im Vordergrund stehen. Ruhige Momente sind gefragt, nicht das große Knall-Spektakel. Vielleicht sind die Menschen ein Stück weit entwöhnt worden?

„Schon seit Jahren kein Feuerwerk“

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Angelika Matter (zweite von links) mit Familie. Foto: Hartmann

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Angelika Matter (zweite von links) mit Familie. Foto: Hartmann

Foto: Arnd Hartmann

Angelika Matter samt Familie verzichtet schon seit Jahren darauf, selbst ein Feuerwerk zu starten. Für sie steht das am Silvesterabend einfach nicht im Vordergrund. „Das Beisammensein, die Freunde und das Essen sind uns wichtiger“, sagt Angelika Matter. Wenn sie etwas schön fänden, seien das die Raketen - da schaue man schon mal gerne zu. Geld lasse sich aber bestimmt für Sinnvolleres ausgeben.

„Das Wichtigste sind die Menschen, mit denen man zusammen ist“

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Susi Pfeil (rechts) mit Freundin und Kindern. Foto: Hartmann

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Susi Pfeil (rechts) mit Freundin und Kindern. Foto: Hartmann

Foto: Arnd Hartmann

Susi Pfeil schreibt mit ihrer Familie dem Abbrennen des Feuerwerks keine große Bedeutung zu. Für die Kinder soll es Knallerbsen und Tischfeuerwerk geben. Bei ihr selbst endete spätestens mit dem 18. Lebensjahr das Interesse, selbst Feuerwerk zu zünden. „Das Wichtigste sind die Menschen, mit denen man zusammen ist“, findet die Bremerhavenerin.

Sie fände es aber schön, wenn die Stadt ein Feuerwerk zünden würde - an dem sich dann alle erfreuen könnten.

„Auch die Tiere schützen“

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Jana Müller und Sohn Piet (8). Foto: Hartmann

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Jana Müller und Sohn Piet (8). Foto: Hartmann

Foto: Arnd Hartmann

Jana Müller aus der Wesermarsch geht davon aus, dass sie nur in ganz beschränktem Maße Feuerwerk einkaufen wird. Auch nach der Corona-Zeit müsste aus Ihrer Sicht nun nicht das Riesenspektakel abgebrannt werden. Ihr achtjähriger Sohn Piet freue sich sehr auf die eine oder andere Rakete oder Fontäne. „Ein bisschen was wird‘s werden, aber auf jeden Fall im kleinen Rahmen“, sagt sie. So schütze man auch die Tiere, für die ein lautes Silvester regelmäßig ein Graus sei.

„Schon immer null Bock auf Feuerwerk“

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Tobias Meßmann (rechts) mit Frau und Kindern. Foto: Hartmann

Umfrage Silvester-Feuerwerk 2022/23 im privaten Umfeld. Im Bild: Tobias Meßmann (rechts) mit Frau und Kindern. Foto: Hartmann

Foto: Arnd Hartmann

Tobias Meßmann und seine Familie sind sich einig: „Null Bock auf Feuerwerk“. Das liege aber nicht daran, dass sie in den zwei Corona-Jahren durch Feuerwerksverbote entwöhnt worden seien. Sie hätten noch nie einen Zugang zu Böllern gefunden, und auch im Freundeskreis gebe es keinen, der mit großem Eifer Feuerwerk zünde. Hunde fänden das in der Regel auch „überhaupt nicht witzig“. Etwas anderes sei es, wenn Feuerwerk zu einem Fest gehöre, wie etwa beim Hafengeburtstag in Hamburg.

Jens Gehrke

Reporter

Jens Gehrke wurde in Bremerhaven geboren und ist seit 2011 im Verlag. Der Reporter, Jahrgang 1984,  fühlt sich im Cuxland genauso zu Hause wie in der Seestadt. Der Schwerpunkt liegt auf der Politik-Berichterstattung. Privat interessiert ihn vor allem der Sport.

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