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VW baut E-Ladenetz weiter aus: Kooperation in Italien

Die für Elektroautos nötige Infrastruktur hinkt den Verkäufen neuer Stromer vielerorts noch deutlich hinterher. Auch Volkswagen setzt daher auf die Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft, um staatliche Initiativen zu ergänzen. Wo und wie geht der Netzausbau voran?

Von dpa
13. Dezember 2022
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Das Markenhochhaus von Volkswagen auf dem Gelände des Autokonzerns in Wolfsburg.

Das Markenhochhaus von Volkswagen auf dem Gelände des Autokonzerns in Wolfsburg.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Der Volkswagen-Konzern setzt den Ausbau der öffentlichen Ladenetze für Elektroautos in Europa mit weiteren Partnern fort. Am Dienstag nannten die Wolfsburger Details zu einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem italienischen Energiekonzern Enel. Die Firma Ewiva soll in dem Land bis 2025 insgesamt 3000 eigene, mit Ökostrom betriebene Hochleistungs-Schnellladepunkte an mehreren hundert Standorten anbieten. Eine erste Station startete in Rom.

„Dieses Joint Venture ist ein Meilenstein für unsere übergreifende Batterie- und Ladestrategie“, sagte VW-Chef Oliver Blume. Europas größte Autogruppe will das Geschäft mit Energie-Dienstleistungen und -Infrastruktur zu einem zentralen Standbein weiterentwickeln.

Weltweit sollen Ende 2025 durch verschiedene Kooperationen gut 45.000 Hochleistungs-Schnelladepunkte eingerichtet sein. „In vielen Regionen fehlt es noch an Ladeinfrastruktur, oder sie ist bisher nicht ausreichend verfügbar“, erklärte Blume. Ziel müsse es daher sein, Verbrauchern breitere Zugänge zur E-Mobilität anzubieten - „auch für die Nutzung auf Langstrecken“ und trotz aktuell hoher Strompreise.

VW halte am „ganzheitlichen Ansatz von der Batteriezell-Produktion bis zur Erweiterung unseres Ladenetzwerks“ fest, so Blume. Auch der konzerneigene Energiedienstleister Elli spielt dabei eine Rolle. Über ihn könnten Kunden in Europa inzwischen rund 400.000 Ladepunkte von mehr als 800 einzelnen Betreibern ansteuern, hieß es kürzlich.

27 Länder seien mittlerweile abgedeckt. Volkswagen arbeitet auch mit dem britischen Energieriesen BP, dem schwedischen Vattenfall-Konzern oder dem spanischen Großversorger Iberdrola zusammen. Das Konsortium Ionity ist für das Ladenetz an Autobahnen und Fernstraßen zuständig. Technikvorstand Thomas Schmall, der auch die Batteriesparte PowerCo leitet, sieht die Erweiterung dieser Angebote als „wichtige Säule“ bei dem Vorhaben, E-Mobilität vom Rohstoffeinkauf über die Nutzung der Autos bis zum Recycling zu einem geschlossenen Prozess zu machen.

Zudem werde die Funktion von E-Fahrzeugen als mobile Speichersysteme interessanter. Im September hatten VW und der belgische Netzbetreiber Elia angekündigt, dieses Geschäft zur Marktreife bringen zu wollen. Sie schlossen ein Abkommen mit dem Ziel, Elektroautos mittelfristig als festen Bestandteil des europäischen Energienetzes zu etablieren.

Wind- und Solarkraft schwanken häufig, sodass Phasen von Spitzen- und Unterauslastung entstehen können. Große Speicher, in denen etwa Wasserstoff überschüssige Energie chemisch „zwischenlagert“, sollen das Stromsystem stabilisieren. Als weitere Option wird hierbei der mögliche Beitrag von Elektroauto-Akkus diskutiert: Wenn die Wagen nicht unterwegs sind und zum Beispiel über Nacht an der Ladesäule stehen, könnten sie bei Bedarf bestimmte Mengen nicht mehr genutzter Elektrizität ihrerseits ins Netz abgeben. Solches „bidirektionales Laden“ soll laut Schmall ab Mitte 2023 breiter eingeführt werden.

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