Niedersachsen

Wangerland verzichtet bei „Deichleuchten“ auf Böller

Vom Deich aus das neue Jahr begrüßen - das hat für viele Küstenbewohner und Urlauber zu Silvester Tradition. Dazu gehören auch Böller und Raketen. Das friesische Wangerland setzt beim „Deichleuchten“ dieses Jahr erstmals auf einen ruhigen Jahreswechsel.

Von dpa
30. Dezember 2022
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Spaziergänger gehen beim Sonnenuntergang über einen Deich.

Spaziergänger gehen beim Sonnenuntergang über einen Deich.

Foto: picture alliance/Carmen Jaspersen/dpa/Symbolbild

Das friesische Wangerland möchte den Jahreswechsel 2022/2023 mit einer neuen Tradition feiern: Während sich in der Silvesternacht sonst vielerorts an der niedersächsischen Nordseeküste Feiernde auf den Deichen versammeln, um das neue Jahr mit Raketen und Böllern zu begrüßen, soll es beim ersten „Wangerländer Deichleuchten“ in Horumersiel, Schillig und Hooksiel in Friesland zu diesem Jahreswechsel eher besinnlich zugehen. Willkommen sei alles, „was leuchtet, aber nicht knallt“, sagte Larissa Strangmann, Marketingleiterin der Wangerland Touristik.

Gäste und Einheimische sind aufgerufen, kurz vor Mitternacht auf die Deiche zu kommen und mit verschiedenen Leuchtmitteln das neue Jahr zu begrüßen. Das könne eine alte Öllampe aus dem Keller sein, eine batteriebetriebene Lichterkette, Laternen, Taschenlampen oder Fackeln, sagte Strangmann. Rund 1000 Fackeln will die Kurverwaltung selbst ausgeben. „Um Punkt 0.00 Uhr werden dann alle Leuchtmittel entzündet“, sagte Strangmann. Besinnlich, nachhaltig und entschleunigt mit Blick auf die nächtliche Nordsee soll so dieses und auch in den kommenden Jahren Silvester im Wangerland gefeiert werden.

Laut der niedersächsischen Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven sind die Wangerländer die ersten, die so das neue Jahr begrüßen. Zwar sind Böller und Raketen in den Ruhezonen des Weltnaturerbes Wattenmeer ohnehin verboten. Um Silvesterpartys unmittelbar am Rande des Nationalparks gibt es aber immer wieder Diskussionen. Studien etwa auf Basis von GPS-Daten besenderter Vögel belegten, dass Knall- und Pfeifgeräusche die Tiere vertreiben, sagte die Sprecherin der Nationalparkverwaltung, Imke Zwoch. Dabei müssten die Wat- und Wasservögel gerade in der kalten Jahreszeit Energie sparen.

„Wir möchten kein Feuerwerk mehr. Wir sind schließlich direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer“, sagte Strangmann. Zwar gebe es nach wie vor kein Verbot, unmittelbar am Deich Feuerwerk abzubrennen. Die Wangerländer wollen dennoch für ihre umweltfreundliche Alternative werben. „Wir wissen, viele Gäste kommen zum Jahreswechsel ins Wangerland, gerade um Ruhe zu finden“, sagte die Marketingchefin. Deshalb habe sich die Kurverwaltung Gedanken zu einer alternativen Silvesterfeier gemacht, die die Küstenorte der rund 30 Kilometer langen Deichlinie im Wangerland verbindet.

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