Lokalsport Zeven

Ein Auswärtsspiel bei den Freundinnen in Berlin

Die B-Juniorinnen des Heeslinger SC treffen in der Hauptstadt auf das aktuell wohl beste Nachwuchsteam von Viktoria Berlin. Die Berlinerinnen zeigen ihr großes Talent und gewinnen mit 7:1. Ein Gegenbesuch ist schon bald geplant.

B-Juniorinnen Heeslinger SC

Auf dem Fußballfeld Gegnerinnen, aber neben dem Platz Freunde geworden: Die B-Mädchen des Heeslinger SC (links) und das Nachwuchsteam von Viktoria Berlin.

Foto: Privat

Am Ende haben die Heeslinger Juniorinnen dieses Freundschaftsspiel in der Hauptstadt zwar deutlich verloren, aber spielte das überhaupt eine Rolle? Denn in diesen zwei Tagen in Berlin haben die jungen Spielerinnen aus viel mehr gewonnen - neue Eindrücke, Erfahrungen und Freundschaften. Oder um es kurz zu sagen: „Es war einfach megaschön“, so SC-Kapitänin Julie Friedrich.

An einem Sonnabendmorgen reisten die B-Juniorinnen an. Sie hatten kaum ihre Jugendherberge bezogen, da ging es auch schon los in Richtung in Olympiastadion - Hertha gegen Köln - mit rund 60.000 Zuschauern.

Die Heeslingerinnen sahen diese Begegnung gemeinsam mit Spielerinnen ihres Gastgeber-Vereins Viktoria Berlin. Der Beginn eines besonderen Wochenendes für beide Teams. „Die Mädchen mochten sich von Anfang an und haben sich gleich angefreundet“, erzählt Viktorias Trainer Dr. Hans-Georg Danelski. „Die haben zum Teil gar nicht mehr auf das Spiel geachtet. Das war einfach schön zu beobachten. Es hat zwischen den beiden Teams gestimmt.“

Viktoria Berlin will den Frauenfußball verändern

Viktoria Berlin ist - das sollte man wissen - nicht irgendein Verein, sondern der Verein, der zurzeit die größte Aufmerksamkeit im deutschen Frauen-Fußball bekommt. So lief neulich erst in den Tagesthemen ein mehrminütiger Beitrag über den Regionalligisten, der mit dem folgenden selbstbewussten Anspruch auftritt: „Wir wollen den Berliner Frauen-Fußball in die Bundesliga führen und den Frauensport in ganz Deutschland nachhaltig verändern.“

In diesem Verein, das kann man sagen, steckt ungemein viel Frauenpower: Sechs Investorinnen, zu der auch die frühere Nationalspielerin Ariane Hingst zählt, haben sich bei der Viktoria zusammengefunden, um den Frauenfußball in Deutschland nachdrücklich zu verändern. Sie haben für dieses Projekt prominente Unterstützerinnen wie Franziska von Almsick, Carolin Kebekus, Maria Höfl-Riesch oder Dunja Hayali gewonnen.

Talentierte Heeslingerinnen gegen Berlins beste Mädchenmannschaft

Und die Heeslinger B-Juniorinnen, das wohl talentierteste Nachwuchsteam im Kreis Rotenburg, trafen am Sonntagmorgen auf das vermutlich beste Mädchen-Team der Hauptstadt. Gleich sechs Spielerinnen der Viktoria spielen oder zählen zum erweiterten Kreis der Berliner Auswahl, und sie zeigten in dieser Begegnung gegen ihre norddeutschen Gäste ihr großes Talent. 7:1 gewannen die Berlinerinnen, die derzeit auf dem besten Wege sind, in die Nachwuchs-Bundesliga aufzusteigen. „Wie die Viktoria-Mädchen gespielt haben, war eine Augenweide“, lobte SC-Trainer Mirko Friedrich.

Mirko Friedrich Julie Friedrich

HSC-Trainer Mirko Friedrich mit seiner Tochter, SC-Kapitänin Julie, im Berliner Olympiastadion.

Foto: Privat

Aber auch sein Team hatte einen guten Eindruck hinterlassen. „Die Heeslinger Mädchen haben hier ordentlich mitgehalten“, so Viktorias Trainer. Das einzige Tor der Gäste erzielte Benita Gerke, die noch am Vortag für ihren Heimatverein Ostereistedt/Rhade in der Bezirksliga gegen Heeslingen gespielt hatte. Nach dem Schlusspfiff der Bundesliga-Partie zwischen Hertha und Köln holten die Heeslinger Mädchen, gemeinsam mit einigen Viktoria-Spielerinnen, die spätere Torschützin am Bahnhof ab. Es folgte eine Führung durch das nächtliche Berlin: Unter den Linden, das Brandenburger Tor, der Alex. Viktorias Trainer Hans Danelski führte die kleine SC-Gruppe an zentrale Orte der Hauptstadt. „Das war eine tolle Erfahrung“, so Spielerin Medina Nack.

Berliner Frauenfußball mit Zuschauerrekord

Nach der eigenen Partie am Sonntagmorgen stand nach dem Mittag nochmals ein Fußballspiel auf dem Programm. Als Gäste des Vereins besuchten die Heeslingerinnen das Frauen-Regionalliga-Spitzenspiel zwischen der Viktoria und Türkiyemspor Berlin - eine Begegnung, die vielleicht die Zukunft des Frauen-Fußballs in Deutschland erahnen lässt: Mehr als 1.700 Zuschauer, ein Rekord für ein Frauen-Regionalliga-Spiel, und vor allem wurde diese Begegnung auf Sport1 übertragen. Die Viktoria gewann mit 2:1.

Für die SC-Juniorinnen hieß es danach Abschied nehmen - von Berlin und den neuen Freundinnen aus der Hauptstadt. Ein Gegenbesuch im Elbe-Weser-Dreieck soll so schnell wie möglich folgen. „Wir hatten hier wirklich eine sehr sympathische Truppe zu Gast“, meinte Viktorias Trainer Hans-Georg Danelski. „Es war ein schönes Wochenende für uns alle. Ein Gegenbesuch wird auf jeden Fall stattfinden.“

Andreas Meier

Freier Mitarbeiter

Andreas Meier ist als freier Mitarbeiter für den Nordsee Medienverbund bestehend aus Nordsee-Zeitung, Kreiszeitung Wesermarsch und Zevener Zeitung tätig. Seine/Ihre Berichte finden sich unter diesem Autorenprofil gesammelt wieder.

0 Kommentare
Newsletter NEWSLETTER

Alle wichtigen Nachrichten und die interessantesten Ereignisse aus der Region täglich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Mit Empfehlung aus der Redaktion.

PASSEND ZUM ARTIKEL
zur Merkliste

Lokalsport Zeven

Heeslinger SC schlägt den Spitzenreiter
zur Merkliste

Lokalsport Zeven

Ippensen erkämpft sich einen Punkt in Achim
nach Oben