Fischtown Pinguins

Party im Sonderzug als Einstimmung fürs Pinguins-Spiel

Mallorca-Hits aus zahlreichen Boxen, bierselige Fans in Feierlaune, Party im „Sambawagen“ - wenn die Fans der Fischtown Pinguins zu einer Sonderzugfahrt aufbrechen, ist Ausnahmezustand.

Jörg Kranz und Pinguins-Fan „Icke“, der sich als Grinch verkleidet hat.

Jörg Kranz und Pinguins-Fan „Icke“, der sich als Grinch verkleidet hat.

Foto: Brockbalz

Sonderzugfahrten waren schon immer Feiertage für die Pinguins-Fans. Vier, fünf Stunden Party auf der Schiene, Bier trinken, singen, mit Freunden und den Bekannten aus der Eishalle quatschen - und dann die Mannschaft in großer Zahl beim Auswärtsspiel anfeuern.

Um kurz nach 12 Uhr machte sich der erste der beiden Sonderzüge auf den Weg nach Köln. Mehr als 1.000 Fans waren in den beiden Zügen dabei. Ziel Köln-Deutz, von wo es in Sonder-Straßenbahnen zum Kölner Fußballstadion ging. Für gut 100 Euro inklusive Ticket ist man als Fan dabei - plus die Getränke unterwegs natürlich. Der Spaß im Sonderzug ist für die meisten aber sowieso unbezahlbar. Viele haben Trikots an, viele haben die Sechser-Abteile mit Schals, Fahnen und anderen Fan-Untensilien hübsch gemacht.

Ein Spiel in besonderer Erinnerung

Jörg Kranz hat große Erfahrung, was Sonderzug-Fahrten angeht. Der heute 62-Jährige ist schon als 16-Jähriger zu den Spielen des RSC Bremerhaven gegangen, wie er erzählt. Seitdem hat er alle Zugfahrten mitgemacht, angefangen mit der legendären ersten Fahrt nach Deggendorf 1978 zum Aufstiegsspiel ins die Zweite Liga. Von der Idee her ist die Rheinfahrt nach Düsseldorf für ihn unübertroffen. 2017 hatten die Pinguins-Fans ein Schiff gechartert, mit dem 1.650 Anhänger von Duisburg aus auf dem Rhein nach Düsseldorf zum Spiel geschippert sind. Sportlich aber hat Kranz ein anderes Spiel besonders in Erinnerung: „Das Spiel im Finale der DEL2 in Bietigheim. Das ist einfach unvergesslich, weil wir mit dem Sieg damals wussten, dass wir Meister sind, wenn wir das nächste Spiel zu Hause gewinnen. Das war dann ja auch so.“ Ein Traum-Ziel für eine Sonderzug-Fahrt hat Kranz, der seit Eröffnung der Eisarena 2010 ununterbrochen eine Dauerkarte hat, nicht. Jedenfalls keinen Ort. „Ich wünsche mir, dass wir einmal um die Meisterschaft spielen und dann mit einem Sonderzug zum ersten Auswärtsspiel im Playoff-Finale fahren.“

Traum vom Heim-Freiluftspiel

Michael Wittschen ist seit der Fahrt nach Köln 2017 bei jeder Sonderzug-Fahrt dabei. Die beste war für ihn die Schifffahrt nach Düsseldorf. „Das Erlebnis ist nicht zu toppen.“ Auch die erste Fahrt nach Köln ist ihm in guter Erinnerung, weil die Spieler auf der Rückfahrt mit im Zug waren. „Wir haben damals mit Welsh, Combs und Lampl im Sambawagen gefeiert“, erinnert sich der 56-Jährige. Nach drei Jahren Sonderzug-Pause freut sich Wittschen, dass wieder ein Partyzug fährt. „Der Weg ist das Ziel. Wenn wir nachher nicht so viel vom Spiel sehen, ist das auch so.“ Besondere Vorfreude hatte er, weil die Zugfahrt zu einem Freiluftspiel ging. Sein Traum wäre, dass die Pinguins mal ein solches in Bremen als Gastgeber ausrichten.

Lars Brockbalz

Teamchef Sport

Lars Brockbalz, Jahrgang 1971, leitet die Sportredaktion der NORDSEE-ZEITUNG, bei der er 1999 nach seinem Studium der Sozialwissenschaften ein Volontariat absolviert hat. Nach sechs Jahren bei der Kreiszeitung Syke ist er seit 2009 wieder zurück in Bremerhaven. Er ist Experte für Eishockey und Fußball.

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