Zeven

Plan für Windpark Wistedt liegt öffentlich aus

Beim Windpark Wistedt-Brüttendorf wollte die Stadtverwaltung Zeven auf die Höhenbegrenzung von 250 Metern verzichten. Die CDU-Mehrheit im städtischen Planungsausschuss sah das anders - es bleibt bei der Begrenzung, der Plan wird öffentlich ausgelegt.

Windpark und Mais

Windenergieanlagen stehen hinter einem Maisfeld - hier wird regenerative Energie auf zwei Wegen produziert.

Foto: picture alliance/dpa

Erheblichen Erläuterungs- und Diskussionsbedarf gab es im Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadt Zeven zum Bebauungsplan für den Windpark zwischen Wistedt und Brüttendorf. Stadtplaner Christoph Schiemann erläuterte zum wiederholten Mal, dass gegenüber der ursprünglichen Planung die Anzahl der zu errichtenden Windenergieanlagen von sechs auf acht Anlagen erhöht wird.

Geplant war außerdem, die festgesetzte maximal zulässige Gesamthöhe der Windenergieanlagen auf 250 Meter zu erhöhen. Im Unterschied dazu schlug die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage vor, von einer Höhenbeschränkung im Entwurf des Bebauungsplans komplett abzusehen. Zur Begründung dieses Vorschlags verwies Schiemann auf das „Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des

Ausbaus von Windenergieanlagen an Land“. „Darin ist vorgesehen, Windenergieparks mit einer vorgeschriebenen Höhenbegrenzung nicht mehr in die Flächenbeitragswerte einzurechnen“, so der Stadtplaner. Zur Erläuterung: 2,2 Prozent der Fläche sollen bis 2032 in Niedersachsen für Windenergie zur Verfügung gestellt werden.

In der Debatte sagte Christdemokrat Hans-Peter Klie, diese Vorschrift sei derzeit wohl noch nicht relevant. „Wir wollten eigentlich nur Windräder mit einer Höhe von 200 Metern. Daher sollten wir jetzt erstmal bei den 250 Metern bleiben.“ Jens Petersen (Einfach grün) sprach sich dafür aus, das offen zu lassen. An die Verwaltung richtete er die Frage, ob man noch später eingreifen könne. Das wurde von Fachbereichsleiter Tim Burow bejaht. Eine Änderung von Bebauungsplänen sei jederzeit möglich.

Hans-Peter Klie sprach sich vehement gegen das offenlassen der Höhenbegrenzung aus. „Das jetzt offen zu lassen, und später eine Begrenzung festzulegen, das ist doch Utopie.“

Hans Günter Krauskopf wollte von der Verwaltung wissen, wieviel Prozent der Fläche dieser Windpark ausmache, um abschätzen zu können, welche Auswirkungen eine Nichtanrechung habe. Darauf wusste Burow keine Antwort. Das müsse ausgemessen werden, so der Fachbereichsleiter. Jens Petersen räumte ein, dass die Frage der Höhenbegrenzung aktuell keine Auswirkungen haben werde. So schnell sei ein Re-Powering der erst noch zu bauenden Anlagen wohl nicht zu erwarten.

Klie stellte schließlich den Antrag auf Aufrechterhaltung der Höhenbegrenzung von 250 Metern im Planentwurf des

Bebauungsplans. Der Antrag wurde mehrheitlich bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen angenommen. Eine Gegenstimme von Jan Nieswandt und eine Enthaltung gab es dann beim Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Andreas Kurth

Stellvertretender Redaktionsleiter Zevener Zeitung

Andreas Kurth ist gebürtiger Rotenburger, hat dort das journalistische Handwerk gelernt. Er hat Politik und VWL in Hamburg studiert, mit dem Diplom abgeschlossen. Seit April 1993 ist er Redakteur bei der Zevener Zeitung, seit Januar 2021 als stellvertretender Redaktionsleiter.

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