Selsingen

Rhade sucht jetzt ehrenamtliche Klimaschutz-Paten

Rhade sucht ehrenamtliche Klimaschutz-Paten. Die Gemeinde will sich in diesem Bereich stärker engagieren und kooperiert nun mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Interessierte werden extra geschult. Der Einsatzbereich ist vielfältig.

Aimara Bauer von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen wirbt in ihrer Präsentation um ehrenamtliches Engagement in Sachen Klimaschutz.

Aimara Bauer von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen wirbt in ihrer Präsentation um ehrenamtliches Engagement in Sachen Klimaschutz.

Foto: Hilken

Das Ehrenamt in Sachen Klimaschutz vor Ort zu fördern ist ein Kernziel des Verbundprojektes in acht beteiligten Bundesländern, darunter Niedersachsen. Der Rhader Gemeinderat befürwortet einstimmig die Kooperation in Sachen „Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen“ (KlikKS).

Professionell begleitet wird die Kommune dabei von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Ansprechpartnerin Aimara Bauer informiert die Kommunalpolitiker per Videokonferenz über Hintergründe und Ziele. Weil kleine Kommunen wie Rhade aus finanziellen Gründen keinen Klimaschutzmanager einstellen können und Klimaschutz keine Pflichtaufgabe für sie ist, könnten Ehrenamtliche beim Ausmachen von Klimaschutz-Vorhaben mit ins Boot geholt werden und so eine Brücke zwischen Politik und Bürgern bauen.

Klimaschutz-Projekt läuft bis Ende Februar 2025

Das im März dieses Jahres gestartete Projekt läuft bis Ende Februar 2025. „Wir suchen Menschen mit Herz für den Klimaschutz“, unterstreicht Aimara Bauer. Die Ehrenamtlichen sollen fürs Dorf eigene Ideen einbringen, Projekte entwickeln und mit Hilfe der Agentur umsetzen. Insgesamt, so hoffen die KlikKS-Verantwortlichen, sollen rund 30.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Motto: global denken, lokal handeln.

Die Freiwilligen werden bei Bedarf entsprechend geschult. Die Kommune schafft damit Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger, stärkt das Ehrenamt, steigert die regionale Wertschöpfung und die Lebensqualität, mindert Emissionen und sorgt für einen Imagegewinn, zählt Aimara Bauer Argumente für das Engagement auf.

Ob erneuerbare Energien, Gebäudesanierung oder Aktionstage an Schulen und Kitas: Projekte für den Klimaschutz sind in vielerlei Hinsicht denkbar, wie eine KlikKS-Grafik zeigt.

Ob Erneuerbare Energien, Gebäudesanierung oder Aktionstage an Schulen und Kitas: Projekte für den Klimaschutz sind in vielerlei Hinsicht denkbar, wie eine KlikKS-Grafik zeigt.

Foto: Hilken

Sind nach dem nun erfolgten Ratsbeschluss Klimaschutzpaten gewonnen, „wollen wir im zweiten Quartal 2023 beginnen, die Paten zu schulen. Wie schnell dann ein Projekt umgesetzt wird, hängt sehr von seiner Größe ab.“ Im zweiten Quartal könnten bereits Infoveranstaltungen stattfinden. Die Ansprechpartnerin der Agentur versichert: „Wir möchten keinem Dorf das Projekt überstülpen.“ Vielmehr sollen nach einer „Zukunftswerkstatt“ Fördermittel beantragt und die in Rhade gewollten Projekte realisiert werden.

Hohe Fördersätze fürs Realisieren von Projekten

Die Themenbreite ist vielfältig: Ob Erneuerbare Energien oder Radverkehr, Gebäudesanierung oder Energiemanagement, PV-Anlage oder Mobilität, Aktionstage an Schulen und Kitas oder Vorträge. Es geht ums Sensibilisieren und ums Investieren. Die Klimaschutz- und Energieagentur schaut, welche Fördermöglichkeiten es gibt und hilft bei der Antragstellung. Die Fördersätze hätten häufig eine Höhe von 70, manchmal sogar 85 Prozent. „Wir begleiten die Akquise von Fördermitteln.“

Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Brunckhorst erwähnt dabei die geplante Umstellung der Kita-Beleuchtung auf LED-Technik. „Solange noch nichts bezahlt ist, können Anträge gestellt werden“, so Aimara Bauer.

Der Rhader Gemeinderat befürwortete einstimmig die Kooperationsvereinbarung für "Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen" (KlikKS).

Der Rhader Gemeinderat befürwortete einstimmig die Kooperationsvereinbarung für "Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen" (KlikKS).

Foto: Hilken

Ratsherr Olaf Wendelken sieht einen Vorteil: „Wir sind schon relativ weit, weil wir gerade aus dem Dorfentwicklungsprozess kommen.“ In Sachen LED-Beleuchtung für die Kita werde sich die Gemeinde bald an die Agentur wenden, um Fördergeld aufzutreiben. Außerdem versuche die Gemeinde, den Klimaschutz mit dem Projekt „Engagiertes Land“ zu kombinieren. Das sei wunderbar möglich, so Aimara Bauer.

Bürgermeister Marco Mohrmann ist zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass wir eine ganze Menge Ideen entwickeln, weil wir ohnehin in einer Ortschaft sind, die jetzt schon ein Mehrfaches an Erneuerbarer Energie produziert als wir selber verbrauchen.“

Lutz Hilken

Lutz Hilken ist in Zeven geboren und in der Region aufgewachsen. Seit 1987 schreibt er über so ziemlich alles, was die Menschen bewegt - außer Sport. Privat zieht es ihn mit Vorliebe in die Natur, um auf langen Wanderungen abzuschalten.

0 Kommentare
Newsletter NEWSLETTER

Alle wichtigen Nachrichten und die interessantesten Ereignisse aus der Region täglich direkt in Ihr E-Mail-Postfach. Mit Empfehlung aus der Redaktion.

PASSEND ZUM ARTIKEL
zur Merkliste

Selsingen

Das steht 2023 in Rhade und Rhadereistedt an
zur Merkliste

Selsingen

Rhader Bürgermeister kündigt Rückzug vom Amt an
nach Oben